Lebens­ver­si­che­run­gen und die Über­schuss­be­tei­li­gung

Die gesetz­li­chen Rege­lun­gen für den Bereich der kapi­tal­ge­bun­de­nen Lebens­ver­si­che­rung mit Über­schuss­be­tei­li­gung genü­gen nach einem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz­an­for­de­run­gen. Es feh­len hin­rei­chen­de recht­li­che Vor­keh­run­gen dafür, dass bei der Berech­nung des bei Ver­trags­en­de zu zah­len­den Schluss­über­schus­ses die durch die Prä­mi­en­zah­lun­gen geschaf­fe­nen Ver­mö­gens­wer­te ange­mes­sen berück­sich­tigt wer­den. Ins­be­son­de­re gibt es kei­ne Mög­lich­keit der Klä­rung, ob der Schluss­über­schuss etwa durch die Nicht­be­rück­sich­ti­gung stil­ler Reser­ven und durch nicht gerecht­fer­tig­te Quer­ver­rech­nun­gen zu gering fest­ge­setzt wor­den ist. Der Gesetz­ge­ber hat bis zum 31. Dezem­ber 2007 eine Rege­lung zu tref­fen, die den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen gerecht wird.
Bis zur Neu­re­ge­lung bleibt es bei der gegen­wär­ti­gen Rechts­la­ge.

Lebens­ver­si­che­run­gen und die Über­schuss­be­tei­li­gung

Damit war die nach Art eines Mus­ter­pro­zes­ses erho­be­ne Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Ver­si­che­rungs­neh­mers, der eine kapi­tal­bil­den­de Lebens­ver­si­che­rung mit Über­schuss­be­tei­li­gung abge­schlos­sen hat­te, jeden­falls im Kern erfolg­reich. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer hat­te – ohne Erfolg – die
Zivil­ge­rich­te ange­ru­fen, um zu errei­chen, dass bei der Berech­nung sei­ner Über­schuss­be­tei­li­gung ins­be­son­de­re stil­le Reser­ven des Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­mens berück­sich­tigt wer­den.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 26. Juli 2005 – 1 BvR 80/​95