Markt­ma­ni­pu­la­ti­on per Bör­sen­brief – und die Infor­ma­ti­ons­de­likts­haf­tung nach § 826 BGB

Bewuss­te Fehl­in­for­ma­tio­nen eines Bör­sen­in­for­ma­ti­ons­diens­ten kön­nen eine Infor­ma­ti­ons­de­likts­haf­tung nach § 826 BGB begrün­den 1. Aller­dings begrün­den Scha­den und Geset­zes­ver­stoß allein die Annah­me der Sit­ten­wid­rig­keit noch nicht.

Markt­ma­ni­pu­la­ti­on per Bör­sen­brief – und die Infor­ma­ti­ons­de­likts­haf­tung nach § 826 BGB

Die beson­de­re Ver­werf­lich­keit des Ver­hal­tens muss sich aus dem ver­folg­ten Ziel, den ein­ge­setz­ten Mit­teln, der zuta­ge tre­ten­den Gesin­nung oder den ein­ge­tre­te­nen Fol­gen erge­ben.

Erfor­der­lich ist mit­hin eine Gesamt­be­trach­tung aller maß­geb­li­chen Umstän­de 2.

Dabei wird auch in den Blick zu neh­men sein, ob die Anga­ben über die Akti­en selbst zutref­fend waren 3. Die­ser Umstand steht indes der Beja­hung eines Scha­dens nicht von vor­ne­her­ein ent­ge­gen. Denn § 826 BGB stellt inso­weit nicht auf die Ver­let­zung bestimm­ter Rech­te oder Rechts­gü­ter ab; als Scha­den ist viel­mehr neben jeder nach­tei­li­gen Ein­wir­kung auf die Ver­mö­gens­la­ge jede Beein­träch­ti­gung eines recht­lich aner­kann­ten Inter­es­ses, etwa das wirt­schaft­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht, und jede Belas­tung mit einer unge­woll­ten Ver­pflich­tung anzu­se­hen 4. Es genügt also, wenn die Käu­fer die Akti­en tat­säch­lich nicht erwor­ben hät­ten, wenn sie dar­über infor­miert wor­den wären, dass der Her­aus­ge­ber des Bör­sen­brie­fes selbst die emp­foh­le­nen Akti­en gehal­ten haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2016 – 3 StR 142/​15

  1. sie­he BGH, Beschluss vom 27.01.2010 – 5 StR 254/​09, NStZ 2010, 326[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 13.12 2011 – XI ZR 51/​10, NJW 2012, 1800, 1803[]
  3. vgl. Vogel in Assmann/​Schneider aaO, § 38 Rn. 91[]
  4. BGH, Urteil vom 19.07.2004 – II ZR 402/​02, NJW 2004, 2971, 2972[]