Per­sön­li­che Haf­tung in der Bau­her­ren-GbR

Ein Ver­trag, durch den ein Immo­bi­li­en­fonds in der Form einer GbR die Füh­rung sei­ner Geschäf­te umfas­send auf einen Geschäfts­be­sor­ger über­trägt, der nicht Gesell­schaf­ter der GbR ist, sowie die ihm erteil­te umfas­sen­de Voll­macht fal­len grund­sätz­lich nicht in den Anwen­dungs­be­reich des Art. 1 § 1 RBerG, sie sind daher nicht wegen Ver­sto­ßes gegen das Rechts­be­ra­tungs­ge­setz nich­tig. Aber:

Per­sön­li­che Haf­tung in der Bau­her­ren-GbR

Der von Gesell­schaf­tern einer kre­dit­neh­men­den GbR dem Geschäfts­be­sor­ger der GbR außer­halb des Gesell­schafts­ver­tra­ges erteil­te Auf­trag mit Voll­macht, sie nicht nur bei der Abga­be voll­streck­ba­rer Schuld­ver­spre­chen gegen­über der kre­dit­ge­ben­den Bank zu ver­tre­ten, ver­stößt gegen Art. 1 § 1 RBerG und ist damit nich­tig.

Sind Gesell­schaf­ter einer kre­dit­neh­men­den GbR auf­grund des Dar­le­hens­ver­tra­ges und Gesell­schafts­ver­tra­ges zur Abga­be voll­streck­ba­rer Schuld­ver­spre­chen in Höhe ihrer kapi­tal­mä­ßi­gen Gesell­schafts­be­tei­li­gung ver­pflich­tet, so ist auch ein Dritt­ge­schäfts­füh­rer der GbR zur Abga­be der voll­streck­ba­ren Schuld­ver­spre­chen für die Gesell­schaf­ter berech­tigt.

Die Zwangs­voll­stre­ckung in das Ver­mö­gen einer GbR erfor­dert nicht einen Titel gegen die Gesell­schaft als sol­che. Aus­rei­chend ist auch ein Titel gegen alle Gesell­schaf­ter als Gesamt­schuld­ner, nicht dage­gen ein sol­cher gegen alle Gesell­schaf­ter als Teil­schuld­ner der Ver­bind­lich­keit der GbR.

Ein Voll­stre­ckungs­ti­tel gegen den Gesell­schaf­ter einer GbR kann, was des­sen per­sön­li­che Haf­tung angeht, nach Über­nah­me sei­nes Gesell­schafts­an­teils, nicht auf den neu­en Gesell­schaf­ter umge­schrie­ben wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Okto­ber 2006 – XI ZR 19/​05