Pro­spekt­feh­ler – und der Haf­tungs­aus­schluss

Der Pro­spekt ist in der Regel die ein­zi­ge Grund­la­ge für den spä­te­ren Ver­trags­schluss des Anle­gers. Sei­ne Auf­ga­be ist es, die poten­ti­el­len Anle­ger ver­läss­lich, umfas­send und wahr­heits­ge­mäß zu infor­mie­ren. Ein Haf­tungs­aus­schluss für leich­te Fahr­läs­sig­keit wider­sprä­che die­ser grund­le­gen­den Auf­klä­rungs­pflicht, durch die der Schutz der Inves­to­ren sicher­ge­stellt wer­den soll.

Pro­spekt­feh­ler – und der Haf­tungs­aus­schluss

Die Beschrän­kung auf Vor­satz und gro­be Fahr­läs­sig­keit ist des­halb wegen Ver­sto­ßes gegen § 307 Abs. 1 BGB (§ 9 AGBG a.F.) unwirk­sam 1; zum sel­ben Ergeb­nis führt die anhand von §§ 157, 242 BGB durch­zu­füh­ren­de Inhalts­kon­trol­le der gesell­schafts­ver­trag­li­chen Rege­lung.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2015 – II ZR 340/​14

  1. BGH, Urteil vom 14.01.2002 – II ZR 41/​00, NJW-RR 2002, 915; Urteil vom 09.07.2013 – II ZR 9/​12, ZIP 2013, 1616 Rn. 42 mwN[]