Pro­spekt­haf­tung – und die Ein­kom­men­steu­er

Der Anle­ger kann im Rah­men der Pro­spekt­haf­tung grund­sätz­lich ver­lan­gen, von etwai­gen Nach­tei­len frei­ge­stellt zu wer­den, die er dadurch erlei­det, dass er von den Finanz­be­hör­den nicht von vorn­her­ein ohne Berück­sich­ti­gung der Betei­li­gung steu­er­lich ver­an­lagt wor­den ist 1.

Pro­spekt­haf­tung – und die Ein­kom­men­steu­er

Sol­che Nach­tei­le könn­ten etwa dar­in bestehen, dass die Steu­er­be­las­tung bei Berück­sich­ti­gung der gezeich­ne­ten Anla­ge ungüns­ti­ger ist, als sie es ohne Zeich­nung gewe­sen wäre; auch in einem Nach­zah­lungs­be­scheid fest­ge­setz­te Zin­sen könn­ten hier­un­ter zu fas­sen sein.

Im Rah­men des hier ver­folg­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs, der dahin geht, so gestellt zu wer­den, als hät­te sich der Klä­ger nicht betei­ligt, besteht aller­dings kein (Erfül­lungs) Anspruch auf den Ein­tritt von Fol­gen, die sich aus der Betei­li­gung selbst erge­ben, wes­halb bei einer even­tu­el­len Aberken­nung von Ver­lust­zu­wei­sun­gen und einer damit ein­her­ge­hen­den steu­er­li­chen Nach­for­de­rung zwar wegen der hier­auf zu ent­rich­ten­den Zin­sen ein Scha­dens­er­satz­an­spruch in Betracht käme, auf die­sen aber die Vor­tei­le aus der über Jah­re wäh­ren­den Aner­ken­nung von Ver­lust­zu­wei­sun­gen anzu­rech­nen wären 2.

Vor­aus­set­zung für eine dar­aus resul­tie­ren­de Haf­tung für einen im Wege der Pro­spekt­haf­tung im wei­te­ren Sin­ne zu erset­zen­den Ver­trau­ens­scha­den wäre des­halb unter ande­rem die Dar­le­gung, dass die (fik­ti­ve) steu­er­li­che Belas­tung ohne die Betei­li­gung ins­ge­samt für den Klä­ger gerin­ger gewe­sen wäre als die nun­mehr mög­li­cher­wei­se nach­zu­zah­len­den und zu ver­zin­sen­den Beträ­ge im Rah­men des hier ver­folg­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs. Das ist aber inner­halb der Begrün­dungs­frist weder dar­ge­legt noch glaub­haft gemacht wor­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – II ZR 310/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.07.2014 – II ZB 30/​12, Fest­stel­lung zu 7., inso­weit in ZIP 2014, 2284 nicht abge­druckt[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 15.07.2010 – III ZR 322/​08[]