Pro­spekt­haf­tung – und der erst nach der Zeich­nung erhal­te­ne Pro­spekt

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ent­spricht es der Lebens­er­fah­rung, dass ein Pro­spekt­feh­ler für die Anla­ge­ent­schei­dung ursäch­lich gewor­den ist.

Pro­spekt­haf­tung – und der erst nach der Zeich­nung erhal­te­ne Pro­spekt

Die­se Ver­mu­tung kann aller­dings wider­legt wer­den.

Davon ist grund­sätz­lich dann aus­zu­ge­hen, wenn der Pro­spekt bei dem kon­kre­ten Ver­trags­schluss kei­ne Ver­wen­dung gefun­den hat 1.

Ver­wen­dung fin­det der Pro­spekt aller­dings auch dann, wenn er zwar nicht über­ge­ben wird, aber den Anla­ge­ver­mitt­lern oder bera­tern als Arbeits­grund­la­ge für ihre Bera­tungs­ge­sprä­che dient 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. April 2018 – II ZR 265/​16

  1. BGH, Urteil vom 03.12 2007 – II ZR 21/​06, ZIP 2008, 412 Rn. 16; Urteil vom 07.12 2009 – II ZR 15/​08, ZIP 2010, 176 Rn. 23; Urteil vom 13.12 2012 – III ZR 70/​12 11 jeweils mwN
  2. BGH, Urteil vom 03.12 2007 – II ZR 21/​06, ZIP 2008, 412 Rn. 16; Urteil vom 13.12 2012 – III ZR 70/​12 11 bei­de mwN