Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen beim Pri­vat­kre­dit

Wer Geld an Freun­de und Bekann­te lei­hen möch­te oder selbst in Geld­not steckt, soll­te die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ken­nen und zudem vor der Geld­über­ga­be Schrit­te ein­lei­ten, die die Rück­zah­lung regeln.

Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen beim Pri­vat­kre­dit

Wann ist ein Dar­le­hen ein Pri­vat­kre­dit?

Beim Pri­vat­kre­dit ist der Dar­le­hens­neh­mer kein Kre­dit­in­sti­tut im Sin­ne des Kre­dit­we­sen­ge­set­zes, son­dern eine Pri­vat­per­son. Die Schwel­le zur Gewerb­lich­keit kann aller­dings ver­gleichs­wei­se schnell über­schrit­ten wer­den. Ein Kre­dit­ge­schäft nach § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 KWG liegt dann vor, wenn der Dar­le­hens­ge­ber plant, häu­fi­ger Kre­di­te zu ver­ge­ben und dabei eine Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht ver­folgt. Das bedeu­tet, dass die Dar­leh­nens­ver­ga­be nicht nur gele­gent­lich oder zufäl­lig geschieht und zeit­lich begrenzt ist. Außer­dem darf das Dar­le­hen nicht im Rah­men einer pri­va­ten Ver­mö­gens­ver­wal­tung ver­ge­ben wer­den.

Wel­che Rah­men­be­din­gun­gen herr­schen für den Pri­vat­kre­dit?

Der Pri­vat­kre­dit ist im juris­ti­schen Sin­ne kein Leih­ge­schäft. Dies wäre dann der Fall, wenn dem Emp­fän­ger ein bestimm­ter Gegen­stand kos­ten­los über­las­sen wer­den wür­de und die­ser zurück­ge­ge­ben wer­den müss­te. Es han­delt sich statt­des­sen um ein Dar­le­hen, bei dem etwas (in die­sem Fal­le Geld) kos­ten­pflich­tig über­las­sen wird und der Dar­le­hens­neh­mer Sachen glei­cher Art, Güte und Men­ge zurück­ge­ben muss.

Dem­zu­fol­ge unter­lie­gen auch Pri­vat­kre­di­te dem § ­488­ ff. BGB. Damit bestehen für ihn fast die glei­chen Vor­schrif­ten, die auch Kre­di­te von Geld­in­sti­tu­ten ein­hal­ten müs­sen. Der Kre­dit­neh­mer muss jedoch auf eini­ge Schutz­rech­te ver­zich­ten. So muss der Dar­le­hens­ver­trag kei­ne Form­vor­schrif­ten ein­hal­ten, was in Ein­zel­fäl­len ein deut­li­cher Nach­teil sein kann. Außer­dem sind auch die Kün­di­gungs­schutz­re­geln deut­lich weni­ger vor­teil­haft.

Anmer­kung: Bei der Ver­mitt­lung von Pri­vat­kre­di­ten kön­nen sich die Rah­men­be­din­gun­gen unter­schei­den. Alles Wis­sens­wer­te für die­sen Fall fin­det sich auf www.kreditvonprivat.net/

Was kön­nen Dar­le­hens­ge­ber tun, wenn der Kre­dit­neh­mer bei einem Pri­vat­kre­dit nicht zahlt?

Um sich davor zu schüt­zen, dass der Dar­le­hens­neh­mer behaup­tet, dass es kei­nen Kre­dit gege­ben hät­te, er das Geld nicht erhal­ten habe oder er es bereits zurück­ge­zahlt habe, soll­ten bei­de Par­tei­en sich auf fol­gen­des Vor­ge­hen eini­gen:

  • Es wird min­des­tens ein form­lo­ser Kre­dit­ver­trag abge­schlos­sen, der Dar­le­hens­hö­he, Namen bei­der Par­tei­en, Datum und Rück­zah­lungs­mo­da­li­tä­ten (Rück­zah­lungs­be­ginn, Zeit­punkt der Raten und Raten­hö­he) fest­legt und von bei­den unter­schrie­ben wird.
  • Das Geld wird anschlie­ßend ent­we­der über­wie­sen oder vor Zeu­gen über­ge­ben. Der Emp­fang wird zudem vom Kre­dit­neh­mer quit­tiert. Glei­ches gilt zum Schutz für den Dar­le­hens­neh­mer für jede Rück­zah­lung.

Auf die­se Wei­se kann der Dar­le­hens­ge­ber den Kre­dit­neh­mer im Ernst­fall recht­lich belan­gen. Ein form­lo­ser Kre­dit­ver­trag und ein Nach­weis über die Zah­lung sind aus­rei­chend, um eine voll­streck­ba­re Urkun­de zu erhal­ten.