Rechts­be­schwer­de in Kap­MuG-Ver­fah­ren – und ihre Begründung

Ein ord­nungs­ge­mä­ßer Rechts­be­schwer­de­an­trag im Sin­ne von § 20 Abs. 1 Satz 1 Kap­MuG i.V.m. § 575 Abs. 3 Nr. 1 ZPO setzt grund­sätz­lich die genaue Benen­nung der ange­grif­fe­nen Tei­le des Mus­ter­ent­scheids vor­aus, die auf­ge­ho­ben oder abge­än­dert wer­den sollen.

Rechts­be­schwer­de in Kap­MuG-Ver­fah­ren – und ihre Begründung

Dem­entspre­chend müs­sen die Fest­stel­lungs­zie­le, hin­sicht­lich derer eine Abän­de­rung des Mus­ter­ent­scheids im Wege der Rechts­be­schwer­de begehrt wird, im Rechts­be­schwer­de­an­trag im Ein­zel­nen bezeich­net werden.

Zugleich müs­sen die Fest­stel­lun­gen, die durch das Rechts­be­schwer­de­ge­richt getrof­fen wer­den sol­len, im Antrag wie­der­ge­ge­ben wer­den. Es genügt aller­dings, wenn aus der Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung ersicht­lich ist, wel­che ein­zel­nen Fest­stel­lungs­zie­le des Mus­ter­ent­scheids ange­grif­fen sind1.

Das ist der Fall, wenn sich aus dem Rechts­be­schwer­de­an­trag in Ver­bin­dung mit der Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung ergibt, dass der Mus­ter­ent­scheid ins­ge­samt zur Über­prü­fung gestellt ist, soweit das Ober­lan­des­ge­richt den Anträ­gen des Mus­ter­klä­gers nicht ent­spro­chen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Janu­ar 2021 – XI ZB 35/​18

  1. BGH, Beschlüs­se vom 21.10.2014 – XI ZB 12/​12, BGHZ 203, 1 Rn. 55 ff.; und vom 23.10.2018 – XI ZB 3/​16, BGHZ 220, 100 Rn. 35 f.[]

Bild­nach­weis:

  • Bun­des­ge­richts­hof (Erb­groß­her­zog­li­ches Palais): Joe Miletz­ki