Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis nach Wider­ruf eines Dar­le­hens­ver­tra­ges – Streit­wert und Beschwer

Im Fal­le eines wirk­sa­men Wider­rufs ist das Schuld­ver­hält­nis gemäß § 357 Abs. 1 Satz 1 BGB nach den §§ 346 ff. BGB rück­ab­zu­wi­ckeln, so dass für den Wert der Beschwer, wenn auf Fest­stel­lung geklagt wird, dass sich der Dar­le­hens­ver­trag in ein Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis umge­wan­delt hat, die Leis­tun­gen maß­geb­lich sind, die der Dar­le­hens­neh­mer gemäß §§ 346 ff. BGB bean­spru­chen zu kön­nen meint 1.

Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis nach Wider­ruf eines Dar­le­hens­ver­tra­ges – Streit­wert und Beschwer

Maß­geb­lich sind im Fall einer sol­chen Fest­stel­lungs­kla­ge die Zin­sund Til­gungs­leis­tun­gen bis zum Wider­ruf 2.

Dem­ge­gen­über bemisst sich der Wert der Beschwer im Fall eines vom Dar­le­hens­neh­mer nach dem Wider­ruf sei­ner Ver­trags­er­klä­rung allein erho­be­nen Anspruchs auf Rück­zah­lung der von ihm geleis­te­ten Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung in Höhe von 19.934, 69 € nach die­ser bezif­fer­ten Höhe (§§ 3, 4 Abs. 1 Halbs. 1 ZPO).

Der neben die­sem Zah­lungs­an­trag gestell­te Antrag auf Frei­stel­lung von außer­ge­richt­li­chen Rechts­ver­fol­gungs­kos­ten erhöht die Beschwer nicht (§ 4 Abs. 1 Halbs. 2 ZPO).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2018 – XI ZR 287/​18

  1. BGH, Beschluss vom 12.01.2016 – XI ZR 366/​15, WM 2016, 454 Rn. 6 f.[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 04.03.2016 – XI ZR 39/​15, BKR 2016, 204 Rn. 2; vom 25.10.2016 – XI ZR 6/​16, WM 2016, 2299 Rn. 5; vom 10.01.2017 – XI ZB 17/​16; und vom 21.02.2017 – XI ZR 398/​16 2[]