Scha­dens­er­satz des Kapi­tal­an­le­gers – und die Anrech­nung von Steu­er­vor­tei­len

Bei der Anrech­nung von Steu­er­vor­tei­len han­delt es sich um eine Vor­teils­aus­glei­chung1.

Scha­dens­er­satz des Kapi­tal­an­le­gers – und die Anrech­nung von Steu­er­vor­tei­len

Deren Vor­aus­set­zun­gen hat der Schä­di­ger, hier die Anla­ge­be­ra­te­rin, zu bewei­sen2.

Den Anle­ger trifft aber eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last, weil nur er über die Infor­ma­tio­nen ver­fügt, aus denen sich sei­ne Steu­er­erspar­nis­se errech­nen las­sen. Wenn der Vor­trag des Anle­gers danach unsub­stan­zi­iert sein soll­te, bleibt es bei den von der Anla­ge­be­ra­te­rin vor­ge­tra­ge­nen Zah­len.

Gege­be­nen­falls wird wei­ter zu prü­fen sein, ob bei der Ver­tei­lung des "Fehl­be­trags" (Steu­er­vor­tei­le und Aus­schüt­tun­gen abzüg­lich der Ein­la­ge) auf die ein­zel­nen Schul­den der Rechts­ge­dan­ke der § 366 Abs. 2, § 367 BGB her­an­ge­zo­gen wer­den kann3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Juni 2015 – II ZR 166/​14

  1. BGH, Urteil vom 11.02.2014 – II ZR 276/​12, BGHZ 200, 51 Rn. 13 f. mwN []
  2. BGH, Urteil vom 17.10.2003 – V ZR 84/​02, NJW-RR 2004, 79, 81 []
  3. vgl. Buck-Heeb in Erman, BGB, 14. Aufl., § 366 Rn. 8 []