"Sofort­hil­fe" für Geschä­dig­te der S&K Immo­bi­li­en­grup­pe

Die groß­an­ge­leg­ten Durch­su­chun­gen und Fest­nah­men bei der S&K Immo­bi­li­en­grup­pe, bei zwei DCM-Unter­neh­men und der Fa. United Inves­tors traf in den letz­ten 10 Tagen auf ein gro­ßes Medi­en­echo. Und schreck­te wohl auch vie­le Anle­ger auf, die ihr Ver­mö­gen bei S&K Sach­wer­te, United Inves­tors Fond, SHB Fonds oder FIHM inves­tiert haben. Ins­ge­samt ermit­telt die Staats­an­walt­schaft Frank­furt am Main gegen 50 Per­so­nen u.a. wegen Betrugs. Sechs Tat­ver­däch­ti­ge, dar­un­ter auch die bei­den Grün­der und Geschäfts­füh­rer von S&K, Ste­phan Schä­fer und Jonas Köl­ler, sit­zen der­zeit in Unter­su­chungs­haft.

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Vie­le Anwäl­te sprin­gen nun auf die­se Hype auf und bie­ten "Sofort­hil­fe" für Geschä­dig­te der S&K Immo­bi­li­en­grup­pe. Getreu dem Mot­to: "Den Letz­ten bei­ßen die Hun­de" ver­su­chen diver­se Kanz­lei­en, die der­zei­ti­ge Panik unter even­tu­ell Geschä­dig­ten zu schü­ren und auf eine schnel­le Kla­ge­ein­rei­chung zu drän­gen.

Die­se Art der Sofort­hil­fe kann jedoch sehr teu­er wer­den. Um nicht in Kos­ten­fal­len zu tap­pen, soll­te jeder Anle­ger beson­nen und ruhig blei­ben und nicht sofort Man­da­te zur Ein­rei­chung von Kla­gen ertei­len. Es wird emp­foh­len, zunächst nur ein Man­dat zur Ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­te ertei­len. Nach erfolg­ter Ein­sicht lässt sich dann qua­li­fi­ziert beur­tei­len, ob und vor allem gegen wen eine Kla­ge Aus­sicht auf Erfolg hat.

Im jetzt lau­fen­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen die Ver­ant­wort­li­chen wird die zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft Ver­mö­gen der Beschul­dig­ten ermit­teln und die­ses dann gemäß §§ 111c StPO beschlag­nah­men las­sen.

Auch bei der jet­zi­gen Vor­ver­ur­tei­lung der Ver­ant­wort­li­chen durch die Pres­se gilt bis zu einer mög­li­chen gericht­li­chen Ver­ur­tei­lung die Unschulds­ver­mu­tung zuguns­ten der Betrof­fe­nen.
Zivil­recht­li­che Scha­den­er­satz­kla­gen soll­ten daher umfas­send vor­be­rei­tet wer­den.

Alle Tat­sa­chen sind in der Kla­ge vor­zu­brin­gen und unter Beweis zu stel­len, eine blo­ße Wie­der­ga­be der Pres­se­be­rich­te reicht hier­für nicht. Die Erfah­rung hat gezeigt, dass eine Akten­ein­sicht in die Ermitt­lungs­ak­te wert­vol­le Infor­ma­tio­nen und Beweis­mit­tel für das Zivil­ver­fah­ren und damit für die – voll­stän­di­ge oder zumin­dest teil­wei­se – Wie­der­erlan­gung des inves­tier­ten Ver­mö­gens lie­fert.

Wich­tig für eine best­mög­li­che Rück­ab­wick­lung der Invest­ments ist eine mög­lichst umfas­sen­de Infor­ma­ti­ons­grund­la­ge, auf der dann ent­schie­den wer­den kann, gegen wel­che Akteu­re, wel­che Hin­ter­män­ner – und im jewei­li­gen Ein­zel­fall: gegen wel­che Anla­ge­ver­mitt­ler – dann vor­ge­gan­gen wer­den soll.

[Ein Gast­bei­trag von Rechts­an­wäl­tin Yvon­ne War­tha]

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