Stär­kung des Anle­ger­schut­zes II

Der Bun­des­rat sieht an dem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung zur Stär­kung des Anle­ger­schut­zes umfang­rei­chen Ver­bes­se­rungs­be­darf.

Stär­kung des Anle­ger­schut­zes II

In sei­ner heu­ti­gen Stel­lung­nah­me begrüßt der Bun­des­rat zwar die Ziel­set­zung des Gesetz­ent­wurfs, den Schutz von Pri­vat­an­le­gern vor Falsch­be­ra­tung zu ver­bes­sern. Er weist aber dar­auf hin, dass wei­te­re gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung des Anle­ger­schut­zes – ins­be­son­de­re im Bereich des soge­nann­ten "Grau­en Kapi­tal­markts" – not­wen­dig sind.

Zudem ist er der Auf­fas­sung, dass die Rege­lun­gen zu den Pflicht­an­ga­ben im Bera­tungs­pro­to­koll zu ergän­zen sind. Aus sei­ner Sicht sind auch die mit dem jewei­li­gen Anla­ge­pro­dukt ver­bun­de­nen Kos­ten und Pro­vi­sio­nen sowie eine Risi­ko­be­wer­tung in das Pro­to­koll auf­zu­neh­men. Bei Pflicht­ver­stö­ßen zum Bera­tungs­pro­to­koll sei auch die Durch­set­zung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen der Ver­brau­cher zu ver­bes­sern. Daher müs­se eine gesetz­li­che Rege­lung geschaf­fen wer­den, die die Beweis­last zu Guns­ten der Ver­brau­cher erleich­tert.

Bei dem vor­ge­se­he­nen Pro­dukt­in­for­ma­ti­ons­blatt möch­ten die Län­der den Wert­pa­pier­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men durch ein stan­dar­di­sier­tes Form­blatt mög­lichst wenig Gestal­tungs­spiel­raum gewäh­ren. Zudem kri­ti­sie­ren sie, dass die Anfor­de­run­gen an die Sach­kun­de der mit Anla­ge­be­ra­tung betrau­ten Mit­ar­bei­ter zu wenig kon­kret sind. Vor­zu­schrei­ben sei daher ein for­ma­li­sier­ter Qua­li­fi­ka­ti­ons­nach­weis durch einen Abschluss bei einer staat­li­chen oder staat­lich aner­kann­ten Stel­le – wie zum Bei­spiel den Indus­trie- und Han­dels­kam­mern.

Bleibt, den wei­te­ren Ver­lauf des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens abzu­war­ten.