Swap-Geschäf­te – Bera­tungs­pflich­ten der Bank und der Kla­ge­vor­trag des Bank­kun­den

Der Bank­kun­de, der eine Auf­klä­rungs- oder Bera­tungs­pflicht­ver­let­zung behaup­tet, trägt dafür die Dar­le­gungs- und Beweis­last 1. Aller­dings setzt ein schlüs­si­ger Vor­trag zu einem Bera­tungs­feh­ler unter dem Aspekt einer unzu­rei­chen­den Auf­klä­rung über den anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­wert eines Swap-Ver­tra­ges nur vor­aus, dass die Bank­kun­din die Ein­prei­sung eines anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­werts und das Ver­schwei­gen die­ser Tat­sa­che vor­trägt. Damit sind die objek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen einer Pflicht­ver­let­zung der Bank dar­ge­tan.

Swap-Geschäf­te – Bera­tungs­pflich­ten der Bank und der Kla­ge­vor­trag des Bank­kun­den

Den Umfang des anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­werts muss die Bank­kun­din dage­gen nicht auch nicht im Sin­ne der Anga­be einer Grö­ßen­ord­nung bezif­fern. Denn die bera­tungs­ver­trag­li­che Ver­pflich­tung der Bank zur Kund­ga­be (auch) der Höhe des anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­werts eines mit ihr geschlos­se­nen Swap-Ver­tra­ges beruht gera­de auf dem Umstand, dass der Kun­de das Ein­struk­tu­rie­ren der Brut­to­mar­ge in die Risi­ko­struk­tur des Swap-Ver­tra­ges nicht erken­nen kann 2, so dass ihm auch im Pro­zess nähe­rer Vor­trag zur Höhe nicht abver­langt wer­den kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Okto­ber 2015 – XI ZR 532/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 24.01.2006 – XI ZR 320/​04, BGHZ 166, 56 Rn. 15 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 28.04.2015 – XI ZR 378/​13, WM 2015, 1273 Rn. 38 ff.[]