Ver­bun­de­ne Geschäf­te bei geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fonds

Gemäß § 358 BGB bil­den ein Kauf­ver­trag und ein Kre­dit­ver­trag ein ver­bun­de­nes Geschäft, wenn der Kre­dit der Finan­zie­rung des Kauf­prei­ses dient und bei­de Ver­trä­ge als wirt­schaft­li­che Ein­heit anzu­se­hen sind. Eine wirt­schaft­li­che Ein­heit ist dabei ins­be­son­de­re anzu­neh­men, wenn der Kre­dit­ge­ber sich bei der Vor­be­rei­tung oder dem Abschluss des Kre­dit­ver­tra­ges der Mit­wir­kung des Ver­käu­fers bedient. Der (wirk­sa­me) Wider­ruf des Kauf­ver­tra­ges bewirkt in die­sen Fäl­len, dass der Ver­brau­cher auch an den Kre­dit­ver­trag nicht mehr gebun­den ist. Auch ist der Ver­brau­cher bei ver­bun­den Geschäf­ten nach § 359 BGB, wenn er Ein­wen­dun­gen gegen den Kauf­ver­trag gel­tend macht, die ihn zur Ein­be­hal­tung sei­ner Leis­tun­gen berech­ti­gen, auch berech­tigt, die Rück­zah­lung des Dar­le­hens zu ver­wei­gern.

Ver­bun­de­ne Geschäf­te bei geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fonds

Das Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg wen­det die­se Grund­sät­ze ver­bun­de­ner Geschäf­te nun auch auf den kre­dit­fi­nan­zier­ten Bei­tritt zu einem geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fond an.

Der Bei­tritt zu einem geschlos­se­nen Immo­bi­li­en­fond und der Abschluss eines Dar­le­hens­ver­tra­ges kön­nen sich selbst dann als ein „ver­bun­de­nes Geschäft“ dar­stel­len, wenn zwi­schen dem Ver­mitt­ler und der Bank kei­ne dau­er­haf­te Geschäfts­be­zie­hung besteht.

Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 28. Mai 2009 – 14 U 60/​08