Ver­jäh­rung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen beim Wert­pa­pier­kauf

Der für das Bank- und Bör­sen­recht zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob delikts­recht­li­che Scha­dens­er­satz­an­spü­che wegen Bera­tungs­ver­schul­dens beim Erwerb von Wert­pa­pie­ren der Ver­jäh­rungs­re­ge­lung des § 37a WpHG unter­lie­gen. Dies hat der BGH bejaht.

Ver­jäh­rung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen beim Wert­pa­pier­kauf

Zweck der im Rah­men des Drit­ten Finanz­markt­för­de­rungs­ge­set­zes ein­ge­führ­ten Ver­jäh­rungs­re­ge­lung war, durch Ver­kür­zung der regel­mä­ßi­gen Ver­jäh­rungs­frist von 30 Jah­ren dem Anla­ge­be­ra­ter eine zuver­läs­si­ge­re Ein­schät­zung mög­li­cher Haf­tungs­an­sprü­che zu ermög­li­chen und so sei­ne Bereit­schaft zu stär­ken, auch risi­ko­rei­che­re Papie­re, ins­be­son­de­re auch Titel jun­ger inno­va­ti­ver Unter­neh­men, zu emp­feh­len. Da eine Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stands des § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 31 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 WpHG stets auch ein ver­trag­li­ches Bera­tungs­ver­schul­den dar­stellt, wür­de die­ser Geset­zes­zweck ver­fehlt, wenn die kur­ze Ver­jäh­rungs­frist des § 37a WpHG bei delikts­recht­li­chen Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen wegen fahr­läs­si­ger Fehl­be­ra­tung kei­ne Anwen­dung fän­de. Für eine vor­sätz­li­che Bera­tungs­pflicht­ver­let­zung ? die im vor­lie­gen­den Fall nicht zur Ent­schei­dung stand ? ver­bleibt es hin­ge­gen bei der Regel­ver­jäh­rung für delikts­recht­li­che Ersatz­an­sprü­che.

Die von der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung zur Ver­jäh­rung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen gegen Rechts­an­wäl­te ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze der Sekun­där­ver­jäh­rung sind auf Fäl­le der Anla­ge­be­ra­tung durch Wert­pa­pier­dienst­leis­ter man­gels eines ver­gleich­ba­ren dau­er­haf­ten Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses nicht über­trag­bar.

(BGH, Urteil vom 08.03.2005 ? XI ZR 170/​04)