Vor­sätz­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den in der Anla­ge­be­ra­tung

Kann­te ein Anla­ge­be­ra­ter sei­ne Ver­pflich­tung zur Auf­klä­rung oder hat er sie zumin­dest für mög­lich gehal­ten und hat er es gleich­wohl unter­las­sen, sei­ne Mit­ar­bei­ter anzu­wei­sen, die Kun­den ent­spre­chend auf­zu­klä­ren, liegt ein vor­sätz­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den des Anla­ge­be­ra­ters vor 1.

Vor­sätz­li­ches Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­den in der Anla­ge­be­ra­tung

Der Anla­ge­be­ra­ter trägt die Dar­le­gungs- und Beweis­last für feh­len­den Vor­satz.

Nach § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB muss der Schuld­ner bewei­sen, dass er eine Pflicht­ver­let­zung nicht zu ver­tre­ten hat, wobei inner­halb des Ent­las­tungs­be­wei­ses kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Vor­satz und Fahr­läs­sig­keit statt­fin­det. Ob vor­sätz­li­ches Han­deln vor­liegt, betrifft eine inne­re Tat­sa­che des Schuld­ners, über die er ohne wei­te­res Aus­kunft geben kann, wäh­rend sie dem Gläu­bi­ger regel­mä­ßig ver­schlos­sen ist. An die­ser Ver­tei­lung der Dar­le­gungs- und Beweis­last ändert auch der Umstand nichts, dass im vor­lie­gen­den Fall die ohne Zwei­fel vor­lie­gen­de fahr­läs­si­ge Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung des Anla­ge­be­ra­ters nach § 37a WpHG aF ver­jährt ist und damit nur noch eine Vor­satz­haf­tung im Raum steht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. Okto­ber 2014 – III ZR 493/​13

  1. BGH, Urteil vom 12.05.2009 – XI ZR 586/​07, NJW 2009, 2298 Rn. 14[]
  2. BGH, Urteil vom 12.05.2009 aaO Rn. 17 f[]