Wann ist die Umschul­dung die geeig­ne­te Maß­nah­me zur Ein­spa­rung von Kre­dit­kos­ten?

Für die Ablö­sung eines Kre­dits kom­men ver­schie­de­ne Umschul­dungs­mo­ti­ve infra­ge. Die meis­ten Ver­brau­cher, die ein Dar­le­hen vor der ver­ein­bar­ten End­fäl­lig­keit in einen neu­en Kre­dit über­füh­ren, ent­schei­den sich auf­grund nied­ri­ger Zins­sät­ze zu die­sem Schritt. Im Gegen­satz zur Son­der­til­gung wer­den bestehen­de Ver­bind­lich­kei­ten beim Umschul­den nicht abge­baut, son­dern ledig­lich umstruk­tu­riert.

Wann ist die Umschul­dung die geeig­ne­te Maß­nah­me zur Ein­spa­rung von Kre­dit­kos­ten?

Plan­mä­ßi­ge und außer­plan­mä­ßi­ge Ände­run­gen der Finan­zie­rung

Umschul­dungs­vor­gän­ge kön­nen sowohl vom Kre­dit­ge­ber und Kre­dit­neh­mer initi­iert wer­den. Dabei wird zwi­schen plan­mä­ßi­gen und außer­plan­mä­ßi­gen Umschul­dun­gen unter­schie­den. Bei der plan­mä­ßi­gen Kre­dit­ab­lö­sung steht bereits im Vor­feld fest, dass das Dar­le­hen nach einem bestimm­ten Zeit­raum durch einen ande­ren Kre­dit ersetzt wer­den soll. Dies ist bei­spiels­wei­se bei Zwi­schen­fi­nan­zie­run­gen der Fall. Oft wer­den Bau­vor­ha­ben, die mit einem Bau­spar­dar­le­hen finan­ziert wer­den sol­len umge­schul­det, wenn der Bau­spar­ver­trag zum Zeit­punkt der Erst­fi­nan­zie­rung noch nicht zutei­lungs­reif war. Recht­li­che Pro­ble­me tre­ten im Zusam­men­hang mit bei­der­seits geplan­ten Umschul­dun­gen gewöhn­lich nicht auf. Außer­plan­mä­ßi­ge Umschul­dun­gen wer­den oft durch den Kre­dit­ge­ber ver­an­lasst. Der Grund dafür liegt meist in einer ungüns­ti­gen Boni­tät des Schuld­ners. Zu den kon­kre­ten Aus­lö­sern zäh­len säu­mi­ge Zins- und Til­gungs­zah­lun­gen sowie das Risi­ko recht­li­cher oder öko­no­mi­scher Ent­wer­tung von Sicher­hei­ten. Regel­mä­ßig führt auch Unzu­frie­den­heit des Kre­dit­neh­mers mit dem Kre­dit­ge­ber zu einer Umschul­dung. Dies betrifft vor allem Kre­dit­ver­ein­ba­run­gen im Geschäfts­be­reich, wenn sich Pro­ble­me in unter­schied­li­chen Berei­chen der Geschäfts­be­zie­hung erge­ben, die sich auf bestehen­de Kre­dit­ver­hält­nis­se aus­wir­ken. Umschul­dun­gen wer­den von Kre­dit­neh­mern eben­falls bei Auf­ga­be einer Geschäfts­be­zie­hung oder einem Wech­sel der Bank­ver­bin­dung ange­strebt. Zu den wei­te­ren Umschul­dungs­ur­sa­chen zäh­len vom Kre­dit­neh­mer gewünsch­te Neu­kre­di­te sowie nicht bewil­lig­te Til­gungs­stre­ckun­gen durch den Gläu­bi­ger. Recht­li­che Pro­ble­me tre­ten bei Umschul­dun­gen nicht auf, wenn die­se von vorn­her­ein geplant waren, um bei­spiels­wei­se einen Zwi­schen­kre­dit durch eine geeig­ne­te End­fi­nan­zie­rung abzu­lö­sen.

Umstruk­tu­rie­run­gen vor allem bei Lang­zeit­fi­nan­zie­run­gen sinn­voll

Recht­lich unbe­denk­lich sind dar­über hin­aus ursprüng­lich nicht geplan­te Umschul­dun­gen, wenn die­se die Vor­aus­set­zun­gen des § 609a BGB erfül­len. In vie­len Fäl­len ent­hal­ten Kre­dit­ver­trä­ge einen ent­spre­chen­den Pas­sus, der beim Ein­tre­ten eines vor­her defi­nier­ten Sach­ver­halts Umschul­dun­gen erlaubt (auf­lö­sen­de Bedin­gung). Zu den Fak­to­ren, die eine Umstruk­tu­rie­rung gestat­ten, zäh­len eben­falls Ver­än­de­run­gen in der Höhe des Dis­kont­sat­zes. Die Recher­che nach geeig­ne­ten Kre­di­ten wird heu­te größ­ten­teils online durch­ge­führt. Zur Unter­stüt­zung kön­nen die Ergeb­nis­se von Online-Kre­dit­ver­glei­chen genutzt wer­den. Kre­dit­rech­ner stel­len eine wei­te­re Mög­lich­keit dar, um die mit einem neu­en Kre­dit ver­bun­de­nen Kos­ten sowie eine even­tu­el­le Zins­er­spar­nis zu berech­nen. In den meis­ten Fäl­len pro­fi­tie­ren Kre­dit­neh­mer von einer Umschul­dung, da auf die­se Wei­se eine kos­ten­güns­ti­ge Finan­zie­rung erreicht wer­den kann. Außer­dem ermög­licht die vor­zei­ti­ge Ablö­sung sowie die Auf­nah­me eines neu­en Dar­le­hens eine Anpas­sung der Finan­zie­rungs­struk­tur an die aktu­el­le Zins­ba­sis (Gleit­zins oder Fest­zins) ent­spre­chend der ver­än­der­ten Kapi­tal­markt­ent­wick­lung. Sel­ten füh­ren Umschul­dun­gen zu wirt­schaft­li­chen Nach­tei­len für den Kapi­tal­neh­mer. Dies ist nur dann der Fall, wenn Umschul­dun­gen unplan­mä­ßig erfol­gen und ohne vor­he­ri­gen Ver­gleich der Situa­ti­on auf dem Kre­dit­markt ein neu­es Dar­le­hen auf­ge­nom­men wird. Von häu­fi­gen Kre­dit­wech­seln wird abge­ra­ten, da die­se zu einem soge­nann­ten Umschul­dungs­ka­rus­sell mit finan­zi­el­len Nach­tei­len für den Kre­dit­neh­mer füh­ren kön­nen. Gene­rell kön­nen aber durch Umschul­dungs­maß­nah­men Kos­ten ein­ge­spart wer­den. Da das Zins­ni­veau von der gesam­ten wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Lage abhän­gig ist, soll­ten vor allem Lang­zeit­fi­nan­zie­run­gen regel­mä­ßig hin­sicht­lich ihrer Kos­ten über­prüft wer­den. Oft kann durch eine neue Finan­zie­rung des Rest­be­tra­ges eine rele­van­te Sum­me ein­ge­spart wer­den.