Wenn der Broker nicht auszahlt

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wurde das Online-Trading für viele Deutsche interessant. An sich ein Volk von Börsenmuffeln engagieren sich immer mehr Landsleute per Smartphone oder Notebook vom Sofa oder dem Küchentisch aus. Sie wollen am Börsenboom profitieren, der inzwischen mit Unterbrechungen schon länger als ein Jahrzehnt anhält.

Wenn der Broker nicht auszahlt

Die Corona-Krise befeuert dieses sogenannte Online-Trading. Hunderttausende sollen in den letzten Monaten das erste Mal an der Börse investiert haben. Meist werden dabei Konten bei Online-Brokern genutzt. Leider gibt es wie in jeder Branche eine Reihe schwarzer Schafe. Diese nehmen zwar gerne Geld ein, bei der Auszahlung von Gewinnen reagieren sie dann aber mehr als zögerlich oder behalten die Investition gleich ganz ein.

Woran sind die schwarzen Schafe zu erkennen?

Menschen, die sich erst seit Kurzem mit dem Online-Trading befassen, fehlt in der Regel der Blick aufs Ganze. Sie sind oft unbedarft und zu vertrauensselig. Es sei vorangestellt, dass nicht alle Online-Broker die mangelnde Erfahrung ausnutzen. Die große Mehrheit dürfte seriös agieren. Bei Anwaltskanzleien häufen sich jedoch die Klagen über die Unwilligkeit von Brokern, ihren Verpflichtungen zur Auszahlung nachzukommen.

Es ist ratsam, dass vor dem Handeln an der Börse Informationen über die verschiedenen Broker eingeholt werden. Viele unseriöse Angebote sind aber oft schon auf den ersten Blick zu erkennen. Eine Möglichkeit des präventiven Schutzes bieten spezialisierte Anwälte. Diese sind in der Regel informiert und kennen diejenigen Broker, welche unethisch oder kriminell handeln. Auch eine professionelle Einschätzung zu 24Option, E-Toro, Flatex, Smartbroker und Co. kann dabei helfen, späteren Ärger zu vermeiden!

Weiterlesen:
Der ausländische Broker und sein deutscher Terminoptions-Vermittler

Der Broker braucht eine Lizenz

Wer als regulärer Broker auf dem Markt tätig ist, benötigt eine Lizenz der maßgeblichen Aufsichtsbehörde. Bei in Deutschland ansässigen Brokern ist das die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Sie gibt darüber Auskunft, ob eine solche Lizenz existiert. Ansonsten kann es passieren, dass Anleger einer neuen Spielart der Cyberkriminalität erliegen. Dabei werden Einzahlungen direkt auf die Konten betrügerischer Banken überwiesen. Die Drahtzieher haben es dabei besonders auf den deutschsprachigen Raum abgesehen.

Fehlendes Impressum

Erstes Misstrauen sollte sich einschleichen, wenn auf der Webseite des Brokers kein Impressum angegeben ist. Dort muss eine Postanschrift sowie die verschiedenen Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse und Telefonnummern aufgeführt sein.

Bei wenig vertrauenswürdigen Brokern wechseln häufig die Kontaktpersonen. Es werden immer neue Argumente verwendet, um den Börsenwilligen zu weiteren Investments zu animieren. Üblich ist es, vor einer gewünschten Auszahlung ein Extra-Investment oder eine Steuer einzufordern.

Vermeintliche Steuer

Die Anleger werden durch anfängliche Gewinne geködert und zu immer neuen Investitionen animiert. Wenn dann bei einer geforderten Auszahlung seitens des Brokers argumentiert wird, dass diese erst durch eine Steuer vollzogen werden kann, sollten die Ohren gespitzt werden. Experten weisen darauf hin, dass dann mit höchster Wahrscheinlichkeit der Versuch eines Anlagebetrugs vorliegt. Manche Broker verlangen diese Steuer mehrmals.

Weiterlesen:
Haftung des ausländischen Brokers für den inländischen Terminoptionsvermittler

Auch wer den Wunsch einer Beendigung des Investments äußert, kann bei unseriösen Online-Handelsplattformen auf diese Steuer stoßen. Im schlimmsten Falle wird die Aufforderung zur Auszahlung ignoriert und das Konto seitens des Brokers stillgelegt oder gesperrt.

Überzogene Versprechungen

Die Alarmglocken sollten ebenfalls bei überzogenen Versprechungen klingeln. Kurzfristige hohe Gewinne und Bonuszahlungen zwischen 50 und 90 % stammen aus dem Fabelreich.

Auch wenn der Broker verspricht, sich an der angeführten Steuer oder Investition zu beteiligen, muss größte Vorsicht walten. Angebliche Kopien von Auszahlungsbescheinigungen, auch wenn augenscheinlich notariell beglaubigt, können gefälscht sein und stellen sich meist als Fake heraus.

Der Broker zahlt nicht aus! Was ist zu tun?

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auf einen unseriösen Broker hereingefallen ist, dem bleibt in der Regel nur, das verlorene Kapital unter Verlust abzubuchen oder einen Anwalt einzuschalten. Inzwischen gibt es auf Anlagebetrug im Internet spezialisierte Kanzleien.

Der Betrug wird als Erstes bei der Bafin und anderen maßgeblichen Behörden gemeldet. Schadensersatzansprüche werden geprüft und die Möglichkeit einer Rückholung der verlorenen Investition evaluiert. In einer Vielzahl der Fälle konnten die Beträge partiell oder in Gänze wieder zurückgeholt werden.

Bildnachweis: