Wider­ruf eines Ver­brau­cher­dar­le­hens – und der Streit­wert der Fest­stel­lungs­kla­ge des Dar­le­hens­neh­mers

Begehrt ein Dar­le­hens­neh­mer die Fest­stel­lung, dass sich ein Dar­le­hens­ver­trag, der im Fall eines wirk­sa­men Wider­rufs gemäß § 357 Abs. 1 Satz 1 BGB in der bis zum 10.06.2010 gel­ten­den Fas­sung nach den §§ 346 ff. BGB rück­ab­zu­wi­ckeln ist, auf­grund eines Wider­rufs in ein Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis umge­wan­delt hat, sind für Streit­wert und Beschwer die bis zum Wider­ruf erbrach­ten Zin­sund Til­gungs­leis­tun­gen maß­geb­lich 1.

Wider­ruf eines Ver­brau­cher­dar­le­hens – und der Streit­wert der Fest­stel­lungs­kla­ge des Dar­le­hens­neh­mers

Wird ein Bau­spar­ver­trag sowie ein bei Zutei­lungs­rei­fe des Bau­spar­ver­trags abzu­lö­sen­des spä­ter wider­ru­fe­nes­Zwi­schen­dar­lehn abge­schlos­sen und wer­den daher bis zum Wider­ruf des Zwi­schen­dar­le­hens Til­gungs­leis­tun­gen auf das Zwi­schen­dar­le­hen nicht erbracht, ist mit­hin auf die monat­li­chen Zins­ra­ten abzu­stel­len. Dage­gen sind die monat­li­chen Spar­ra­ten für den Bau­spar­ver­trag auch wenn sie im Dar­le­hens­ver­trag unter der Über­schrift "Daten zum Zwi­schen­dar­le­hens­ver­trag" auf­ge­führt wur­den nicht auf das Zwi­schen­dar­le­hen, son­dern auf den (hier nicht streit­ge­gen­ständ­li­chen) Bau­spar­ver­trag geleis­tet, durch des­sen Bau­spar­gut­ha­ben und das Bau­spar­dar­le­hen nach den ver­trag­li­chen Abre­den getilgt wer­den soll­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2018 – XI ZR 452/​17

  1. BGH, Beschlüs­se vom 12.01.2016 – XI ZR 366/​15, WM 2016, 454 Rn. 6 f.; vom 04.03.2016 – XI ZR 39/​15, BKR 2016, 204 Rn. 2; vom 25.10.2016 – XI ZR 6/​16, WM 2016, 2299 Rn. 5; vom 10.01.2017 – XI ZB 17/​16; vom 21.02.2017 – XI ZR 398/​16; und vom 18.09.2018 – XI ZR 703/​17[]