Wider­rufs­frist bei Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­gen – in Alt­fäl­len

Ein von Art. 229 § 38 Abs. 3 Satz 1 EGBGB erfass­tes Wider­rufs­recht (etwa für Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­ge) konn­te bis zum Ablauf des 21.06.2016 aus­ge­übt wer­den, wobei zur Frist­wah­rung die recht­zei­ti­ge Absen­dung bis zum Ablauf des 21.06.2016 genüg­te (§ 355 Abs. 1 Satz 2 Halb­satz 2 BGB in der bis zum 10.06.2010 gel­ten­den Fas­sung).

Wider­rufs­frist bei Ver­brau­cher­kre­dit­ver­trä­gen – in Alt­fäl­len

Sowohl der Wort­laut der Vor­schrift ("drei Mona­te nach dem 21.03.2016") als auch eine sys­te­ma­ti­sche Zusam­men­schau mit Art. 229 § 38 Abs. 3 Satz 2 EGBGB, dem­zu­fol­ge der Ablauf des dort genann­ten Tages ent­schei­det, als auch die Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te 1 füh­ren zu die­sem Ergeb­nis 2.

Soweit in der Lite­ra­tur 3 und von der land­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung 4 wegen des Inkraft­tre­tens der Ände­rung des Ein­füh­rungs­ge­set­zes zum Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­che gemäß Art. 16 Abs. 1 des Geset­zes zur Umset­zung der Wohn­im­mo­bi­li­en­kre­dit­richt­li­nie und zur Ände­rung han­dels­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 11.03.2016 5 am 21.03.2016 um 0.00 Uhr unter Ver­weis auf § 187 Abs. 2 Satz 1 BGB ande­res ver­tre­ten wird, steht dem die Aus­le­gung des Art. 229 § 38 Abs. 3 Satz 1 EGBGB anhand der genann­ten Aus­le­gungs­kri­te­ri­en ent­ge­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Janu­ar 2018 – XI ZR 477/​17

  1. BT-Drs. 18/​7584, S. 146: "also mit Ablauf des 21.06.2016"[]
  2. eben­so BVerfG, WM 2016, 1431, 1433 und WM 2016, 1434, 1437; OLG Stutt­gart, ZIP 2017, 1459 f.; Kre­ße, WM 2017, 1485, 1490; Krum­scheid, EWiR 2017, 453, 454; Palandt/​Weidenkaff, BGB, 77. Aufl., Art. 229 § 38 EGBGB Rn. 5[]
  3. Omlor, NJW 2016, 1265, 1267 f.; ders., BKR 2017, 123; Spit­zer, MDR 2016, 1297, 1301 f.[]
  4. LG Essen, Urteil vom 08.12 2016 6 O 383/​16 82 ff.; LG Köln, BKR 2017, 300 Rn. 12 f.; LG Stutt­gart, BKR 2017, 121, 122[]
  5. BGBl I S. 396[]