Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen bei Ver­brau­cher­dar­le­hen

Die in einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag auf­zu­neh­men­den Pflicht­an­ga­ben zum Wider­rufs­recht müs­sen klar und ver­ständ­lich sein, die Bank ist aber nicht ver­pflich­tet, die Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen brau­chen aber nicht (mehr) beson­ders her­vor­ge­ho­ben zu wer­den.

Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen bei Ver­brau­cher­dar­le­hen

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te sich aktu­ell mit zwei Unter­las­sungs­kla­gen eines Ver­brau­cher­schutz­ver­ban­des zu befas­sen, in denen es um die Gestal­tung der Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen in Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­gen ging. Der Ver­brau­cher­schutz­ver­band mach­te gel­tend, dass die in den von den bei­den beklag­ten Ban­ken ver­wen­de­ten Dar­le­hens­ver­trags­for­mu­la­ren ent­hal­te­nen Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen nicht deut­lich genug her­vor­ge­ho­ben sei­en. In einem der bei­den Ver­fah­ren1 hat er außer­dem bean­stan­det, dass die Infor­ma­ti­on mit Ankreuz­op­tio­nen ver­se­he­ne Hin­wei­se unab­hän­gig davon ent­hal­te, ob die­se für den kon­kre­ten Ein­zel­fall eine Rol­le spiel­ten. Dadurch wer­de vom Inhalt der Infor­ma­ti­on abge­lenkt. In bei­den Fäl­len hat­te in der Vor­in­stanz das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart die Kla­gen abge­wie­sen2. Der Bun­des­ge­richts­hof bestä­tig­te die­se Urtei­le und wies die Revi­sio­nen des Ver­brau­cher­schutz­ver­ban­des zurück:

Jeden­falls seit dem 11. Juni 2010 besteht kei­ne Pflicht zur Her­vor­he­bung der in einen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trag auf­zu­neh­men­den Pflicht­an­ga­ben zum Wider­rufs­recht. Nach dem zu die­sem Zeit­punkt im Zusam­men­hang mit der Umset­zung der Ver­brau­cher­kre­dit­richt­li­nie ein­ge­führ­ten Art. 247 § 6 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 und 2 EGBGB müs­sen die­se Pflicht­an­ga­ben ledig­lich klar und ver­ständ­lich sein, ohne dass damit deren Her­vor­he­bung ange­ord­net wird. Eine Pflicht zur Her­vor­he­bung ergibt sich auch nicht aus Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB. Die­se Vor­schrift spricht zwar von einer her­vor­ge­ho­be­nen und deut­lich gestal­te­ten Form. Dies betrifft aber ledig­lich die­je­ni­gen Fäl­le, in denen es, anders als vor­lie­gend, um die Erlan­gung der Gesetz­lich­keits­fik­ti­on durch die frei­wil­li­ge Ver­wen­dung des in der Vor­schrift genann­ten Mus­ters für eine Wider­rufs­in­for­ma­ti­on gemäß Anla­ge 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB geht.

Zu den Ankreuz­op­tio­nen ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof, dass die­se dem Gebot der kla­ren und ver­ständ­li­chen Gestal­tung einer for­mu­lar­mä­ßi­gen Wider­rufs­in­for­ma­ti­on in einem Ver­brau­cher­dar­le­hens-ver­trag nicht ent­ge­gen­ste­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urtei­le vom 23. Febru­ar 2016 – XI ZR 549/​14 und XI ZR 101/​15

  1. BGH – XI ZR 101/​15
  2. OLG Stutt­gart, Urtei­le vom 24.04.2014 – 2 U 98/​13; und vom 05.02.2015 – 2 U 81/​14