Zins­satz- Swap-Ver­trä­ge – und die Auf­klä­rung über den anfäng­lich nega­ti­ven Markt­wert

Die finan­zie­ren­de Bank ist nicht ver­pflich­tet, den Anle­ger über den anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­wert von Zins­satzSwap­Ver­trä­ge auf­zu­klä­ren, wenn es sich bei den zwi­schen der Bank und dem Anle­ger abge­schlos­se­nen Dar­le­hens­ver­trä­gen um kon­ne­xe Grund­ge­schäf­te für die zuvor ver­ein­bar­ten Swap­Ver­trä­ge han­delt.

Zins­satz- Swap-Ver­trä­ge – und die Auf­klä­rung über den anfäng­lich nega­ti­ven Markt­wert

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist über die Ein­prei­sung eines anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­werts aus­nahms­wei­se dann nicht auf­zu­klä­ren, wenn es den Par­tei­en bei der im Vor­der­grund ste­hen­den wirt­schaft­li­chen Betrach­tung aus­schließ­lich dar­um geht, die Para­me­ter eines kon­kre­ten Kre­dit­ver­hält­nis­ses abzu­än­dern, mit­hin zumin­dest par­ti­ell ent­we­der ein varia­bel ver­zins­li­ches Dar­le­hen als kon­ne­xes Grund­ge­schäft in ein syn­the­ti­sches Fest­zins­dar­le­hen oder ein Fest­zins­dar­le­hen als ein eben­sol­ches Grund­ge­schäft in ein syn­the­tisch varia­bel ver­zins­li­ches Dar­le­hen umzu­wan­deln 1.

Nach die­sen Grund­sät­zen ist ein kon­ne­xes Grund­ge­schäft dann gege­ben, wenn der Zins­satzSwap­Ver­trag einen bei der bera­ten­den Bank unter­hal­te­nen, bestehen­den oder zeit­gleich abge­schlos­se­nen Dar­le­hens­ver­trag und des­sen Bedin­gun­gen abän­dert. Dar­aus folgt nicht, dass der Dar­le­hens­ver­trag tag­gleich mit dem Swap­Ver­trag abge­schlos­sen wer­den muss. Es genügt, wenn wie hier bei Abschluss des Zins­satzSwap­Ver­tra­ges der Abschluss eines Dar­le­hens­ver­trags, der auch im Übri­gen den inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen an die Kon­ne­xi­tät ent­spricht 2, bereits von den Par­tei­en so kon­kret in Aus­sicht genom­men wor­den ist, dass die wesent­li­chen Bedin­gun­gen des Dar­le­hens­ver­tra­ges bereits fest­ste­hen und die Par­tei­en durch den nach­fol­gen­den Abschluss des Dar­le­hens­ver­tra­ges die Wir­kung eines syn­the­ti­schen Dar­le­hens erzeu­gen.

Die Bank schul­det grund­sätz­lich ohne Hin­zu­tre­ten beson­de­rer Umstän­de auch nicht des­we­gen Auf­klä­rung über den anfäng­li­chen nega­ti­ven Markt­wert, weil sich im Fal­le einer dem Zweck der in Aus­sicht genom­me­nen Erzeu­gung eines syn­the­ti­schen Dar­le­hens gera­de zuwi­der­lau­fen­den vor­zei­ti­gen Been­di­gung des Dar­le­hens­ver­tra­ges der Swap­Ver­trag zu einem Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäft wan­deln könn­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. März 2019 – XI ZR 38/​17

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 28.04.2015 – XI ZR 378/​13, BGHZ 205, 117 Rn. 42; und vom 22.03.2016 – XI ZR 425/​14, WM 2016, 821 Rn. 28
  2. vgl. dazu BGH, Urtei­le vom 28.04.2015 – XI ZR 378/​13, BGHZ 205, 117 Rn. 43; und vom 22.03.2016 – XI ZR 425/​14, WM 2016, 821 Rn. 28