Zwi­schen­fi­nan­zie­rung mit­tels Treu­hän­der und das RDG

Ist ein von einem Geschäfts­be­sor­ger oder Treu­hän­der abge­schlos­se­ner Zwi­schen­fi­nan­zie­rungs­ver­trag wegen Ver­sto­ßes der Voll­macht gegen das Rechts­be­ra­tungs­ge­setz nich­tig und die Nich­tig­keit auch nicht nach Rechts­schein­grund­sät­zen gemäß §§ 171, 172 BGB geheilt wor­den, kann der Dar­le­hens­neh­mer grund­sätz­lich die von ihm auf den – wirk­sa­men – End­fi­nan­zie­rungs­ver­trag erbrach­ten Zins- und Til­gungs­leis­tun­gen im Wege der Leis­tungs­kon­dik­ti­on bei der Bank kon­di­zie­ren, wenn die Dar­le­hens­va­lu­ta des Zwi­schen­fi­nan­zie­rungs­ver­tra­ges nicht an den Dar­le­hens­neh­mer bzw. nicht auf eine wirk­sa­me Wei­sung an einen Drit­ten aus­ge­zahlt wor­den ist und er weder die eine noch die ande­re Valu­ta erhal­ten hat.

Zwi­schen­fi­nan­zie­rung mit­tels Treu­hän­der und das RDG

Ist ein von einem Geschäfts­be­sor­ger oder Treu­hän­der abge­schlos­se­ner Dar­le­hens­ver­trag wegen Ver­sto­ßes der Voll­macht gegen das Rechts­be­ra­tungs­ge­setz nich­tig, kommt es im Fal­le einer Ver­trags­an­nah­me durch die Bank für die Anwen­dung der §§ 171, 172 BGB nicht dar­auf an, ob ihr bereits bei Unter­zeich­nung ihrer Annah­me­er­klä­rung die Voll­macht im Ori­gi­nal oder in nota­ri­el­ler Aus­fer­ti­gung vor­ge­le­gen hat, son­dern dar­auf, ob dies bei Ver­trags­schluss, d.h. bis zum Zeit­punkt des Zugangs der Annah­me­er­klä­rung, der Fall gewe­sen ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Janu­ar 2012 – XI ZR 457/​10