Kein Aus­tritt aus dem Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V.

Mit­glie­der der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) zu Köln und der IHK Ost­west­fa­len haben kei­nen Anspruch gegen die­se Kam­mern, dass sie ihren Aus­tritt aus dem Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V. (DIHK) erklären.

Kein Aus­tritt aus dem Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V.

Dies hat jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in zwei Eil­ver­fah­ren entschieden:

Nach­dem das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt am 14. Okto­ber 2020 die IHK Nord West­fa­len ver­ur­teil­te, ihren Aus­tritt aus dem DIHK zu erklä­ren1, weil die­ser durch zahl­rei­che öffent­li­che Äuße­run­gen die gesetz­li­chen Kom­pe­tenz­gren­zen sei­ner Mit­glie­der über­schrit­ten hat­te, bean­trag­ten der Inha­ber einer Haus­ver­wal­tung aus Köln bei der IHK zu Köln und eine Her­stel­le­rin rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie aus Pader­born bei der IHK Ost­west­fa­len erfolg­los, eben­falls den Aus­tritt aus dem DIHK zu erklären.

Ihre Anträ­ge im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes blie­ben vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Köln2 und Min­den3 ohne Erfolg. Die gegen die­se Ent­schei­dun­gen ein­ge­leg­ten Beschwer­den hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter nun zurückgewiesen:

Ins­be­son­de­re ange­sichts des nach dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 14. Okto­ber 2020 geän­der­ten Äuße­rungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­tens des DIHK ist für das OVG eine kon­kre­te Gefahr, dass die­ser in Zukunft wie­der die gesetz­li­chen Kom­pe­tenz­gren­zen sei­ner Mit­glie­der durch Äuße­run­gen über­schrei­ten wird, gegen­wär­tig nicht ersichtlich.

Zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des am 10. Juni 2021 durch den Bun­des­tag beschlos­se­nen Zwei­ten Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes zur vor­läu­fi­gen Rege­lung des Rechts der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHKG n. F.), das man­gels Ver­kün­dung im Bun­des­ge­setz­blatt noch nicht in Kraft getre­ten ist, hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt sich in der Sache natur­ge­mäß noch nicht geäu­ßert. Danach sol­len die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ver­pflich­tet sein, Mit­glie­der des DIHK zu sein bis zu des­sen Umwand­lung in eine bun­des­un­mit­tel­ba­re Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts zum 1. Janu­ar 2023. Ob dies mit Blick auf die Pflicht­mit­glie­der der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern ver­fas­sungs­kon­form ist, konn­te vor­lie­gend offen blei­ben. Der Zuläs­sig­keit der Beschwer­den stand die Neu­re­ge­lung jeden­falls nicht entgegen. 

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Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschlüs­se vom 21. Juni 2021 – 16 B 2011/​20 und 16 B 2045/​20

  1. BVerwG, Urteil vom 14. Okto­ber 2020 – 8 C 23.19[]
  2. VG Köln – 1 L 2340/​20[]
  3. VG Min­den – 10 L 1046/​20[]