Kein Aus­tritt aus dem Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V.

Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer zu Köln ist nicht ver­pflich­tet, ihre Mit­glied­schaft im Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V. (DIHK e.V.) noch im lau­fen­den Jahr 2020 zu kündigen.

Kein Aus­tritt aus dem Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag e.V.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat einen ent­spre­chen­den Eil­an­trag eines Mit­glieds der IHK Köln abgelehnt.

Die IHK Köln hat sich mit ande­ren Indus­trie- und Han­dels­kam­mern im DIHK e.V. als Dach­ver­band pri­vat­recht­lich zusam­men­ge­schlos­sen. Mit Urteil vom 14. Okto­ber 2020 hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf die Kla­ge des Mit­glieds einer ande­ren IHK aus Nord­rhein-West­fa­len die­se ver­ur­teilt, ihre Mit­glied­schaft im DIHK e.V. zu kün­di­gen, da der DIHK e.V. bei sei­nen Tätig­kei­ten dau­er­haft (etwa durch Äuße­run­gen zu all­ge­mein­po­li­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten) sei­ne von den Kam­mern abge­lei­te­ten Kom­pe­ten­zen über­schrit­ten habe [1]. Es bestehe auch eine kon­kre­te Wie­der­ho­lungs­ge­fahr, da weder eine Ein­sichts­fä­hig­keit des DIHK e.V. habe fest­ge­stellt wer­den kön­nen noch hin­rei­chen­de orga­ni­sa­to­ri­sche Schrit­te ein­ge­lei­tet wor­den sei­en, die der­ar­ti­ge Kom­pe­tenz­über­schrei­tun­gen zuver­läs­sig ver­hin­dern könnten.

Unter Ver­weis auf die­se Ent­schei­dung begehr­te der Antrag­stel­ler nun den schnellst­mög­li­chen Aus­tritt der IHK Köln aus dem DIHK e.V. Ein sol­cher kann frü­hes­tens zum 31. Dezem­ber 2021 erfol­gen, wenn die Kün­di­gung noch in die­sem Jahr aus­ge­spro­chen wird. Zur Begrün­dung führ­te der Antrag­stel­ler aus, der DIHK e.V. über­schrei­te wei­ter­hin sei­ne Kom­pe­ten­zen und berück­sich­ti­ge ins­be­son­de­re Min­der­hei­ten­an­sich­ten inner­halb der Kam­mern nur völ­lig unzureichend.

Dem ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln im Ergeb­nis nicht gefolgt. Einen Kün­di­gungs­an­spruch im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes gebe es nicht. So habe der DIHK e.V. in Fol­ge der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sich und sei­nen Orga­nen einen „Maul­korb“ erteilt. Dass die­ser nicht umge­setzt wer­de, sei für das Gericht nicht erkenn­bar, da dem DIHK e.V. durch die Recht­spre­chung gera­de nicht jede Art von Tätig­kei­ten unter­sagt wor­den sei. Zudem sei den Betei­lig­ten zuzu­ge­ste­hen, die Ent­schei­dungs­grün­de des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts, wel­che noch nicht vor­lie­gen, aus­zu­wer­ten und ent­spre­chen­de Schrit­te ein­zu­lei­ten. Da ers­te ent­spre­chen­de Vor­über­le­gun­gen bereits ange­stellt wor­den sei­en, feh­le es an der Fest­stel­lung einer kon­kre­ten Wie­der­ho­lungs­ge­fahr für künf­ti­ge Kom­pe­tenz­ver­stö­ße. Das Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts wir­ke inso­weit als zeit­li­che Zäsur. Schließ­lich sei ein Abwar­ten bis zu einer Ent­schei­dung in einem denk­ba­ren Kla­ge­ver­fah­ren für den Antrag­stel­ler auch nicht mit unzu­mut­ba­ren Nach­tei­len verbunden.

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Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 17. Dezem­ber 2020 – 1 L 2340/​20

  1. BVerwG, Urteil vom 14.10.2020 – 8 C 23.19[]