Kei­ne Aus­kunfts­pflicht gegen­über der Hand­werks­kam­mer

Ein mög­li­cher­wei­se in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen­der Gewer­be­trei­ben­der ist nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gegen­über der Hand­werks­kam­mer nicht aus­kunfts­pflich­tig, wenn die per­sön­li­chen oder sach­li­chen Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen zwei­fels­frei nicht erfüllt sind.

Kei­ne Aus­kunfts­pflicht gegen­über der Hand­werks­kam­mer

Der Klä­ger des jetzt vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ent­schie­de­nen Rechts­streits, ein Ein­zel­un­ter­neh­mer, wur­de im Mai 2007 von der beklag­ten Hand­werks­kam­mer dar­auf hin­ge­wie­sen, nach ihren Erkennt­nis­sen betä­ti­ge er sich im Zwei­rad­me­cha­ni­ker­hand­werk und sei damit in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen. Zu dem ihm über­sand­ten Fra­ge­bo­gen gab der Klä­ger an, dass er die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zur Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le nicht erfül­le und zu kei­nen Aus­künf­ten ver­pflich­tet sei. Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver hat sei­ner Kla­ge gegen das Aus­kunfts­be­geh­ren der Hand­werks­kam­mer statt­ge­ge­ben 1. Auf die Beru­fung der Hand­werks­kam­mer hat das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen 2. Die Revi­si­on des Klä­gers ist erfolg­los geblie­ben.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung dar­auf abge­stellt, dass d

Das Aus­kunfts­recht der Hand­werks­kam­mer dient, so das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den, aus­schließ­lich dem Zweck, die Hand­werks­rol­le ord­nungs­ge­mäß zu füh­ren. Die Prü­fung der Ein­tra­gungs­vor­aus­set­zun­gen hat des­halb unter der Fra­ge­stel­lung zu erfol­gen, ob ein Gewer­be­trei­ben­der tat­säch­lich in die Hand­werks­rol­le ein­zu­tra­gen ist. Kei­ne Aus­kunfts­pflicht besteht dem­zu­fol­ge für Gewer­be­trei­ben­de, bei denen bereits zwei­fels­frei fest­steht, dass sie die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine Ein­tra­gung in die Hand­werks­rol­le nicht erfül­len; denn in die­sem Fall kann der vom Gesetz ver­folg­te Zweck zur ord­nungs­ge­mä­ßen Füh­rung der Hand­werks­rol­le nicht erreicht wer­den. Hier hat­te der Klä­ger kei­ne Tat­sa­chen mit­ge­teilt, nach denen eine Ein­tra­gung zwei­fels­frei aus­schied. Er hat­te nur pau­schal dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er die per­sön­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht erfül­le. Das reicht nicht aus, weil die­se recht­li­che Prü­fung der Hand­werks­kam­mer obliegt.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 15. Dezem­ber 2010 – 8 C 49.09

  1. VG Han­no­ver, Urteil vom 04.07.2008 – 11 A 4598/​07[]
  2. Nds. OVG, Urteil vom 12.11.2009 – 8 LB 118/​08[]