Kei­ne pri­va­ten Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz

Die Ver­mitt­lung pri­va­ter Sport­wet­ten kann nach der Ände­rung des rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes ver­bo­ten wer­den.

Kei­ne pri­va­ten Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz

In einem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes hat­te die Auf­sichts- und Dienst­leis­tungs­di­rek­ti­on (ADD) dem in Bad Kreuz­nach ansäs­si­gen Antrag­stel­ler mit sofor­ti­ger Wir­kung die Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten unter­sagt. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt erlaub­te dem Antrag­stel­ler zunächst bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che Sport­wet­ten wei­ter­hin anzu­bie­ten. Nach der am 22. Dezem­ber 2008 erfolg­ten Ände­rung des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes, der Über­nah­me der Mehr­heit der Geschäfts­an­tei­le der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH durch das Land Rhein­land-Pfalz und der Umset­zung von Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Spiel­sucht bean­trag­te die ADD eine Abän­de­rung der vor­läu­fi­gen Erlaub­nis pri­va­ter Sport­wet­ten. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt gab dem Antrag statt und bestä­tig­te damit vor­läu­fig das Ver­bot der pri­va­ten Ver­mitt­lung von Sport­wet­ten.

Das Ver­bot pri­va­ter Sport­wet­ten, wel­ches das Mono­pol der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH sichern sol­le, sei als Ein­griff in die Berufs­frei­heit der übri­gen Wett­ver­mitt­ler nun­mehr vor­aus­sicht­lich recht­mä­ßig. Das Land Rhein­land-Pfalz habe die Anfor­de­run­gen des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges zur Bekämp­fung der Spiel­sucht umge­setzt und sei damit auch den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts gefolgt. So dür­fe die Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH zukünf­tig kei­ne Annah­me­stel­len in Spiel­hal­len oder in der Nähe von Schu­len betrei­ben. Das Per­so­nal der Annah­me­stel­len müs­se zuver­läs­sig sein und geschult wer­den, damit es die Anfor­de­run­gen des Jugend­schut­zes sowie des Spie­ler­schut­zes beach­te. Ins­be­son­de­re dür­fe es bis zum 31. Dezem­ber 2011 lan­des­weit nur noch 1.150 Annah­me­stel­len geben. Das Ver­an­stal­ten und Ver­mit­teln von Glücks­spie­len im Inter­net sei ver­bo­ten. Gleich­zei­tig wer­de Wer­bung für Glücks­spie­le im Fern­se­hen und im Inter­net unter­sagt. Im Übri­gen müs­se die Wer­bung Hin­wei­se auf die Sucht­ge­fahr ent­hal­ten. Schließ­lich sei­en Bera­tungs­stel­len für Glücks­spiel­süch­ti­ge aus­zu­bau­en.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 9. Juli 2009 – 6 B 10323/​09.OVG