Kon­do­me – made in Ger­ma­ny

Die Wer­be­aus­sa­ge „KONDOME – Made in Ger­ma­ny“ ist nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Hamm irre­füh­rend und zu unter­las­sen, wenn die für die Her­stel­lung der Kon­do­me wesent­li­chen Fer­ti­gungs­schrit­te im Aus­land statt­fin­den.

Kon­do­me – made in Ger­ma­ny

Im dem hier vom OLG Hamm ent­schie­de­nem Fall stel­len die Par­tei­en, in Arn­stadt und in Bie­le­feld ansäs­si­ge Fir­men, stel­len mit im Aus­land gewon­ne­nen Latex Kon­do­me her und ver­trei­ben die­se. Die Antrags­geg­ne­rin bewarb ihre Pro­duk­te mit „KONDOME – Made in Ger­ma­ny“. Dabei bezog sie die Roh­lin­ge aus dem Aus­land, um die­se in ihrem Arn­städ­ter Werk – sofern sie als „feuch­te Kon­do­me“ ver­kauft wer­den soll­ten – zu befeuch­ten und im Übri­gen zu ver­pa­cken und zu ver­sie­geln. In dem Werk führ­te sie außer­dem eine Qua­li­täts­kon­trol­le durch, um Dich­tig­keit und Reiß­fes­tig­keit der Kon­do­me zu ermit­teln. Die Par­tei­en strei­ten dar­über, ob die Bezeich­nung der so her­ge­stell­ten Kon­do­me als „Made in Ger­ma­ny“ eine irre­füh­ren­de Bewer­bung dar­stellt, weil ein Kun­de über die geographische/​betriebliche Her­kunft der Pro­duk­te getäuscht wird.

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat den Tat­be­stand einer irre­füh­ren­den Wer­bung bejaht und die Antrags­geg­ne­rin zur Unter­las­sung der Wer­be­aus­sa­ge ver­ur­teilt. Die Wer­be­aus­sa­ge begrün­de die Erwar­tung des Ver­brau­chers, dass alle wesent­li­chen Fer­ti­gungs­schrit­te, zumin­dest jedoch der maß­geb­li­che Her­stel­lungs­vor­gang, bei dem die Ware die bestim­men­den Eigen­schaf­ten erhal­te, in Deutsch­land statt­ge­fun­den hät­ten. Die­se Ver­brau­cher­er­war­tung tref­fe auf die von der Antrags­geg­ne­rin ver­trie­be­nen Kon­do­me nicht zu. In Deutsch­land wer­de nur ein Teil der bereits im Aus­land vor­ge­fer­tig­ten Pro­duk­te befeuch­tet. Hier­in lie­ge nur die Fer­ti­gung einer Alter­na­ti­ve des End­pro­duk­tes. Ein­sie­geln, Ver­pa­cken und die Qua­li­täts­kon­trol­le hät­ten mit der Her­stel­lung des eigent­li­chen End­pro­duk­tes nichts mehr zu tun. Dass der Her­stel­lungs­pro­zess der Antrags­geg­ne­rin den Vor­schrif­ten des deut­schen Medi­zin­pro­duk­te­ge­set­zes genü­ge, besei­ti­ge den Vor­wurf wett­be­werbs­wid­ri­gen Han­delns nicht.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 20. Novem­ber 2012 – I‑4 U 95/​12