Kon­zes­si­ons­ver­ga­be für das gemeind­li­che Trink­was­ser­netz

Genü­gen bei der Kon­zes­si­ons­ver­ga­be zum Betrieb des Trink­was­ser­net­zes Aus­wahl, Gewich­tung und Bewer­tung der Zuschlags­kri­te­ri­en den all­ge­mei­nen Wett­be­werbs­an­for­de­run­gen, so ist die Ent­schei­dung der Gemein­de auch aus­rei­chend begrün­det und sie hat nicht gegen die Ver­pflich­tung ver­sto­ßen, ein trans­pa­ren­tes und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­es Wett­be­werbs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren.

Kon­zes­si­ons­ver­ga­be für das gemeind­li­che Trink­was­ser­netz

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ent­schie­den, dass ein unter­le­ge­ner Bie­ter einer öffent­li­chen Aus­schrei­bung nicht ver­lan­gen kann, einer west­fä­li­schen Gemein­de die Kon­zes­si­ons­ver­ga­be für den Betrieb eines Trink­was­ser­net­zes vor­läu­fig zu unter­sa­gen. Die kla­gen­de Netz­be­trei­be­rin hat­te sich auf eine Aus­schrei­bung der beklag­ten Gemein­de über die Ver­ga­be eines Kon­zes­sio­nie­rungs­ver­tra­ges zum Betrieb einer Trink­was­ser­ver­sor­gung bewor­ben. Die Gemein­de hat­te ein von ihr mit­ge­grün­de­tes Gemein­de­werk mit der Begrün­dung bevor­zugt, dass das vom Gemein­de­werk abge­ge­be­ne Ange­bot deut­lich vor­teil­haf­ter sei als das der Klä­ge­rin. Gegen die Ver­ga­be­ent­schei­dung hat­te sich die Klä­ge­rin u.a. mit der Begrün­dung gewandt, dass sie nicht trans­pa­rent und dis­kri­mi­nie­rungs­frei zustan­de gekom­men sei. Mit ihrer Kla­ge ist die Netz­be­trei­be­rin bereits vor dem Land­ge­richt Arns­berg geschei­tert.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm habe die Gemein­de gegen ihre Ver­pflich­tung, ein trans­pa­ren­tes und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­es Wett­be­werbs­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, nicht ver­sto­ßen. Aus­wahl, Gewich­tung und Bewer­tung der Zuschlags­kri­te­ri­en genüg­ten all­ge­mei­nen Wett­be­werbs­an­for­de­run­gen, die Ent­schei­dung der Beklag­ten sei auch aus­rei­chend begrün­det. Außer­dem sei im Rah­men der öffent­li­chen Ver­ga­be von Kon­zes­sio­nen eine ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Inter­es­sen­ab­wä­gung vor­zu­neh­men, die im vor­lie­gen­den Fall einer vor­läu­fi­gen Unter­sa­gung der Kon­zes­si­ons­ver­ga­be ent­ge­gen­ste­he.

Die von der Klä­ge­rin begehr­te Unter­las­sungs­an­ord­nung wür­de einen recht­lich unsi­che­ren Ver­sor­gungs­zu­stand auf unbe­stimm­te Zeit andau­ern las­sen, dem ste­he das der Gemein­de zuzu­bil­li­gen­de, schutz­wür­di­ge Inter­es­se an Pla­nungs­si­cher­heit ent­ge­gen. Die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen der Klä­ge­rin wür­den durch die Mög­lich­keit, Scha­dens­er­satz gel­tend zu machen, gewahrt. Im Übri­gen sei nicht hin­rei­chend sicher, dass die Klä­ge­rin eine für sie güns­ti­ge Ände­rung der Ver­ga­be­ent­schei­dung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren über­haupt errei­chen kön­ne. Daher sei es abzu­leh­nen, der Gemein­de den Abschluss des Kon­zes­sio­nie­rungs­ver­tra­ges mit den Gemein­de­wer­ken zu unter­sa­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2012 – I-12 U 142/​12