Kop­pe­lungs­ver­bo­te beim Grund­stücks­ver­kauf

Nach Art. 10 § 3 MRVG ist eine Ver­ein­ba­rung, durch die der Erwer­ber eines Grund­stücks sich im Zusam­men­hang mit dem Erwerb ver­pflich­tet, bei der Pla­nung oder Aus­füh­rung eines Bau­werks auf dem Grund­stück die Leis­tun­gen eines bestimm­ten Inge­nieurs oder Archi­tek­ten in Anspruch zu neh­men, – unbe­scha­det der Wirk­sam­keit des Grund­stücks­kauf­ver­tra­ges – unwirk­sam. Der Bun­des­ge­richts­hof hält nun in einer aktu­el­len Ent­schei­dung die­ses Ver­bot der Kop­pe­lung von Grund­stücks­kauf­ver­trä­gen mit Inge­nieur- und Archi­tek­ten­ver­trä­gen in Art. 10 § 3 MRVG für mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar und hat die Revi­si­on gegen ein die­se Fra­ge eben­falls beja­hen­de Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf 1 zurück­ge­wie­sen.

Kop­pe­lungs­ver­bo­te beim Grund­stücks­ver­kauf

Das Kop­pe­lungs­ver­bot des Art. 10 § 3 MRVG ver­folgt, so der Bun­des­ge­richts­hof den Zweck, die freie Wahl des Archi­tek­ten durch den Bau­wil­li­gen allein nach Leis­tungs­kri­te­ri­en und das typi­sche Berufs­bild des frei­en Archi­tek­ten zu schüt­zen sowie den Wett­be­werb unter den Archi­tek­ten zu för­dern. Dabei han­de­le es sich um wich­ti­ge Gemein­schafts­gü­ter. Sie recht­fer­tig­ten den mit dem Kop­pe­lungs­ver­bot ver­bun­de­nen Ein­griff in die durch Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Berufs­frei­heit der frei­en Archi­tek­ten und deren unter­schied­li­che Behand­lung gegen­über ande­ren am Bau Betei­lig­ten, so dass auch der Gleich­heits­satz nach Art. 3 Abs. 1 GG nicht ver­letzt sei. Ein Ein­griff in das Grund­recht des Eigen­tums, Art. 14 Abs. 1 GG, lie­ge eben­falls nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Juli 2010 – VII ZR 144/​09

  1. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 25.06.2009 – 21 U 239/​06[]