Leis­tungs­be­schrei­bun­gen, Preis­ver­ein­ba­run­gen – und ihre Inhalts­kon­trol­le

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen, die Art, Umfang und Güte der ver­trag­li­chen Haupt­leis­tung und der hier­für zu zah­len­den Ver­gü­tung unmit­tel­bar bestim­men (Leis­tungs­be­schrei­bun­gen und Preis­ver­ein­ba­run­gen), sind von der Inhalts­kon­trol­le aus­ge­nom­men. Die Frei­stel­lung von der Inhalts­kon­trol­le gilt jedoch nur für Abre­den über den unmit­tel­ba­ren Gegen­stand der Haupt­leis­tungs­pflich­ten, d.h. den Bereich von Rege­lun­gen, ohne deren Vor­lie­gen man­gels Bestimmt­heit oder Bestimm­bar­keit des wesent­li­chen Ver­trags­in­halts ein wirk­sa­mer Ver­trag nicht mehr ange­nom­men wer­den kann.

Leis­tungs­be­schrei­bun­gen, Preis­ver­ein­ba­run­gen – und ihre Inhalts­kon­trol­le

Nach § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB unter­lie­gen nur Klau­seln der Inhalts­kon­trol­le, durch die von Rechts­vor­schrif­ten abwei­chen­de oder ergän­zen­de Rege­lun­gen ver­ein­bart wer­den. Klau­seln, die Art, Umfang und Güte der ver­trag­li­chen Haupt­leis­tung und der hier­für zu zah­len­den Ver­gü­tung unmit­tel­bar bestim­men (Leis­tungs­be­schrei­bun­gen und Preis­ver­ein­ba­run­gen), sind dage­gen von der Inhalts­kon­trol­le aus­ge­nom­men. Es ist nach dem im Bür­ger­li­chen Recht gel­ten­den Grund­satz der Pri­vat­au­to­no­mie den Ver­trags­par­tei­en im All­ge­mei­nen frei­ge­stellt, Leis­tung und Gegen­leis­tung zu bestim­men. Die Frei­stel­lung von der Inhalts­kon­trol­le gilt jedoch nur für Abre­den über den unmit­tel­ba­ren Leis­tungs­ge­gen­stand. Dage­gen sind Rege­lun­gen, die die Leis­tungs­pflicht des Ver­wen­ders ein­schrän­ken, ver­än­dern, aus­ge­stal­ten oder modi­fi­zie­ren, inhalt­lich zu kon­trol­lie­ren. Für die der Über­prü­fung ent­zo­ge­ne Leis­tungs­be­schrei­bung ver­bleibt nur der Bereich von Rege­lun­gen, ohne deren Vor­lie­gen man­gels Bestimmt­heit oder Bestimm­bar­keit des wesent­li­chen Ver­trags­in­halts ein wirk­sa­mer Ver­trag nicht mehr ange­nom­men wer­den kann1.

Zu den Leis­tungs­be­stim­mun­gen, von denen die Bestimmt­heit oder Bestimm­bar­keit der Leis­tungs­pflich­ten des Archi­tek­ten abhän­gig ist und die damit den unmit­tel­ba­ren Gegen­stand der Haupt­leis­tungs­pflich­ten bil­den, gehö­ren sämt­li­che Ver­ein­ba­run­gen der Ver­trags­par­tei­en zur Beschaf­fen­heit der von dem Archi­tek­ten zu errei­chen­den Pla­nungs­und Über­wa­chungs­zie­le.

Nach § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB sind All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen alle für eine Viel­zahl von Ver­trä­gen vor­for­mu­lier­ten Ver­trags­be­din­gun­gen, die eine Ver­trags­par­tei (Ver­wen­der) der ande­ren Ver­trags­par­tei bei Abschluss eines Ver­tra­ges stellt. Vor­for­mu­liert sind Ver­trags­be­din­gun­gen, wenn sie für eine mehr­fa­che Ver­wen­dung schrift­lich auf­ge­zeich­net oder in sons­ti­ger Wei­se fixiert sind. Die Vor­for­mu­lie­rung setzt vor­aus, dass die Ver­trags­be­stim­mun­gen nicht für den kon­kre­ten Ver­trags­schluss ent­wor­fen, son­dern als Grund­la­ge oder Rah­men für gleich­ar­ti­ge Rechts­ver­hält­nis­se auf­ge­stellt sind2. In die­sem Sin­ne sind Ver­trags­be­din­gun­gen für eine Viel­zahl von Ver­trä­gen bereits dann vor­for­mu­liert, wenn im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses ihre drei­ma­li­ge Ver­wen­dung beab­sich­tigt ist3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Juli 2019 – VII ZR 266/​17

  1. st. Rspr.; sie­he nur BGH, Urteil vom 05.10.2017 – III ZR 56/​17 Rn. 15 m.w.N., NJW 2018, 534
  2. vgl. BGH, Urteil vom 26.09.1996 – VII ZR 318/​95, BauR 1997, 123 8
  3. BGH, Urteil vom 11.12 2003 – VII ZR 31/​03, BauR 2004, 674 17 = NZBau 2004, 215