Lokal­funk Mainz

Der Lokal­funk Mainz kann zum 1. Okto­ber 2011 star­ten. Die Gesell­schaft Radio Mainz Live Rund­funk GmbH darf zum 1. Okto­ber 2011 auf der UKW-Fre­quenz 106,6 MHz mit einem loka­len Rund­funk­pro­gramm für die Stadt Mainz jeden­falls vor­erst auf Sen­dung gehen.

Lokal­funk Mainz

Auf­grund einer am 14. März 2011 getrof­fe­nen Aus­wahl­ent­schei­dung der Ver­samm­lung der Lan­des­zen­tra­le für Medi­en und Kom­mu­ni­ka­ti­on Rhein­land-Pfalz (LMK) war der Radio Mainz Live Rund­funk GmbH nach Aus­schrei­bung durch Bescheid der LMK vom 15. März 2011 die­se Fre­quenz zuge­ord­net wor­den; die Fre­quenz wird mit Ablauf des 30. Sep­tem­ber 2011 frei. Die Zuord­nung wur­de für sofort voll­zieh­bar erklärt. Die unter­le­ge­ne Mit­be­wer­be­rin Radio Mainz GmbH hat dage­gen beim Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt Kla­ge erho­ben1.

Sie stell­te außer­dem einen Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz, mit dem sie errei­chen woll­te, dass auf der Fre­quenz bis zur Ent­schei­dung über die Kla­ge vor­erst über­haupt kein loka­ler Rund­funk aus­ge­strahlt wird. Sie äußer­te gegen das Ver­fah­ren zur Aus­wahl unter den zunächst ins­ge­samt vier Bewer­bern und gegen die Ent­schei­dung selbst zahl­rei­che recht­li­che Beden­ken. Unter ande­rem rüg­te sie, dass am Mor­gen vor der Sit­zung der Ver­samm­lung der LMK am 14. Febru­ar 2011, in der die Aus­wahl­ent­schei­dung zunächst auf der Tages­ord­nung gestan­den habe, ver­se­hent­lich eine Pres­se­er­klä­rung der LMK des Inhalts ver­öf­fent­licht wor­den sei, die Ent­schei­dung sei zuguns­ten der Radio Mainz Live Rund­funk GmbH getrof­fen wor­den. Außer­dem – so die Antrag­stel­le­rin – hät­te zu ihren Guns­ten berück­sich­tigt wer­den müs­sen, dass zu ihren Gesell­schaf­tern nicht nur ver­schie­de­ne Unter­neh­mer aus der Regi­on gehör­ten, son­dern seit Anfang Febru­ar 2011 unter ande­rem auch das Bis­tum Mainz, der FSV Mainz 05 und der Main­zer Kar­ne­val­ver­ein 1838 e.V.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt hat den Antrag abge­lehnt: Die Zuord­nungs­ent­schei­dung sei nicht offen­sicht­lich rechts­wid­rig. Vie­les spre­che für ihre Recht­mä­ßig­keit; eini­ge Fra­gen müss­ten aber im Kla­ge­ver­fah­ren noch näher geprüft wer­den. Ent­schei­dend sei daher eine Inter­es­sen­ab­wä­gung. Die­se erge­be ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se an der Aus­strah­lung des Lokal­funks auf der Radio­fre­quenz 106,6 MHz. Dem­ge­gen­über ste­he das Inter­es­se der kon­kur­rie­ren­den Antrag­stel­le­rin, der Radio Mainz GmbH zurück, zu ver­hin­dern, dass die Gesell­schaft Radio Mainz Live Rund­funk GmbH nach dem 30. Sep­tem­ber 2011 auf Sen­dung gehe. Letzt­lich lie­ge es im Inter­es­se aller Betei­lig­ten, dass die Fre­quenz nicht unge­nutzt blei­be, son­dern sich schon ein Hörerstamm für Lokal­funk bil­den kön­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschluss vom 19. Juli 2011 – 5 L 329/​11.NW

  1. VG Neu­stadt – 5 K 331/​11.NW