Mar­ken­pro­ble­me beim Domain-Par­king

Eine mar­ken­mä­ßi­ge Ver­wen­dung eines Domain­na­mens liegt regel­mä­ßig vor, wenn auf der unter dem Domain­na­men erreich­ba­ren Inter­net­sei­te ein elek­tro­ni­scher Ver­weis (Link) ange­bracht ist, der zu einem Pro­dukt­an­ge­bot führt.

Mar­ken­pro­ble­me beim Domain-Par­king

Bie­tet ein Diens­te­an­bie­ter im Sin­ne des Tele­dien­ste­ge­set­zes a.F. (ent­spre­chen­des ist unter Gel­tung des Tele­me­di­en­ge­set­zes anzu­neh­men) sei­nen Kun­den ein soge­nann­tes Domain-Par­king-Pro­gramm an, in das der Kun­de unter sei­nem Domain­na­men eine Inter­net­sei­te mit elek­tro­ni­schen Wer­be­ver­wei­sen (Wer­be­links) ein­stel­len kann, bei deren Auf­ruf auf­grund vor­her bestimm­ter Schlüs­sel­wör­ter Wer­bung von Dritt­un­ter­neh­men erscheint, haf­tet der Diens­te­an­bie­ter weder als Täter noch als Teil­neh­mer von Kenn­zei­chen­ver­let­zun­gen, wenn die Aus­wahl des Schlüs­sel­worts ohne sei­ne Mit­wir­kung oder Kennt­nis erfolgt und dem Diens­te­an­bie­ter die Kenn­zei­chen­ver­let­zun­gen sei­nes Kun­den auch nicht bekannt sind.

Ist mit dem ent­spre­chen­den Pro­gramm des Diens­te­an­bie­ters kei­ne beson­de­re Gefahr für die Ver­let­zung von Kenn­zei­chen­rech­ten Drit­ter ver­bun­den, trifft des­sen Anbie­ter auch im Rah­men einer Stö­rer­haf­tung kei­ne all­ge­mei­ne Pflicht, die in sein Sys­tem von Kun­den ein­ge­stell­ten Domain­na­men auf Kenn­zei­chen­ver­let­zun­gen zu prü­fen.

Die Kun­den des Diens­te­an­bie­ters, die unter ihren Domain­na­men Inter­net­sei­ten mit Wer­be­ver­wei­sen in ein sol­ches Pro­gramm des Diens­te­an­bie­ters ein­stel­len, sind nicht sei­ne Beauf­trag­ten im Sin­ne von § 14 Abs. 7, § 15 Abs. 6 Mar­kenG.

Bun­des­ge­richth­s­of, Urteil vom 18. Novem­ber 2010 – I ZR 155/​09 – Sedo