Beschwer­de in Mar­ken­sa­chen – und die nicht gezahl­te Beschwer­de­ge­bühr

Die Vor­schrift des § 6 Abs. 1 Satz 1 Pat­KostG sieht vor, dass in allen Fäl­len, in denen für die Stel­lung eines Antrags oder die Vor­nah­me einer sons­ti­gen Hand­lung durch Gesetz eine Frist bestimmt ist, inner­halb die­ser Frist auch die dafür vor­ge­se­he­ne Gebühr zu zah­len ist. Nach § 6 Abs. 2 Pat­KostG gel­ten die Anmel­dung oder der Antrag als zurück­ge­nom­men oder die Hand­lung als nicht vor­ge­nom­men, wenn eine Gebühr nicht, nicht voll­stän­dig oder nicht recht­zei­tig gezahlt ist.

Beschwer­de in Mar­ken­sa­chen – und die nicht gezahl­te Beschwer­de­ge­bühr

Die­se Rege­lung unter­schei­det zwi­schen einem Antrag und einer sons­ti­gen Hand­lung. Bei die­ser Unter­schei­dung unter­fällt die Beschwer­de der letzt­ge­nann­ten Grup­pe, weil sie selbst unmit­tel­bar pro­zes­sua­le Wir­kun­gen her­vor­ruft und es zu ihrer Wirk­sam­keit kei­nes Antrags bedarf 1. Für die Beschwer­de nach § 66 Mar­kenG ist nach Nr. 401 100 des Gebüh­ren­ver­zeich­nis­ses zum Patent­kos­ten­ge­setz eine Gebühr in Höhe von 500 € zu ent­rich­ten.

Die Ein­zah­lung der Beschwer­de­ge­bühr ist zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die Rechts­mit­tel­ein­le­gung; von ihr hängt ab, ob ein Beschwer­de­ver­fah­ren über­haupt anhän­gig wird 2. Die Wir­kung der unter­blie­be­nen oder der nicht voll­stän­di­gen Zah­lung der Beschwer­de­ge­bühr tritt kraft Geset­zes ein 3. Die fest­stel­len­de Ent­schei­dung des Rechts­pfle­gers des Bun­des­pa­tent­ge­richts, dass die Beschwer­de als nicht erho­ben gilt (§ 23 Abs. 1 Nr. 4 RPflG), hat ledig­lich dekla­ra­to­ri­sche Wir­kung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Janu­ar 2016 – I ZB 15/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 11.10.2004 – X ZB 2/​04, GRUR 2005 – Ver­spä­te­te Zah­lung der Ein­spruchs­ge­bühr; Beschluss vom 18.08.2015 – X ZB 3/​14 – Mau­er­stein­satz[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 25.03.1982 – X ZB 24/​80, BGHZ 83, 271, 273 – Ein­steck­schloss; Beschluss vom 16.07.2009 – I ZB 53/​07, BGHZ 182, 325 Rn. 16 – Lego­stein[]
  3. BGHZ 182, 325 Rn. 16 – Lego­stein; Büscher in Büscher/​Dittmer/​Schiwy, Gewerb­li­cher Rechts­schutz Urhe­ber­recht Medi­en­recht, 3. Aufl., § 66 Mar­kenG Rn. 12[]