Der wirt­schaft­li­che Nut­zen von geis­ti­gem Eigen­tum

Rech­te des geis­ti­gen Eigen­tums in Form von Geschmacks­mus­tern, Mar­ken oder Paten­ten haben eine posi­ti­ve Aus­wir­kung auf die euro­päi­sche Wirt­schaft.

Der wirt­schaft­li­che Nut­zen von geis­ti­gem Eigen­tum

EUIPO - Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum
© EUIPO – Amt der Euro­päi­schen Uni­on für geis­ti­ges Eigen­tum
Zu die­sem Ergeb­nis ist eine Stu­die gelangt, die gemein­sam vom Euro­päi­schen Patent­amt (EPA) und vom Amt der Euro­päi­schen Uni­on für geis­ti­ges Eigen­tum (EUIPO) am 25. Okto­ber 2016 bekannt gege­ben wor­den ist. Es ist die zwei­te euro­pa­wei­te Unter­su­chung, die sich mit den Aus­wir­kun­gen von Rech­ten des geis­ti­gen Eigen­tums – bezo­gen auf den wirt­schaft­li­chen Nut­zen – beschäf­tigt. Nach der ers­ten Stu­die (über den Zeit­raum 2008 – 2010) zeigt sich auch in der zwei­ten Stu­die (für den Zeit­raum 2011 – 2013) wel­chen Stel­len­wert z.B. Mar­ken und Geschmacks­mus­ter ein­neh­men. Im Focus der Unter­su­chung stan­den neben Paten­ten, Mar­ken und Geschmacks­mus­ter auch Sor­ten­schutz­rech­te, geo­gra­fi­sche Anga­ben und Urhe­ber­rech­te. Bemes­sungs­grund­la­ge waren vor Allem das Brut­to­in­lands­pro­dukt, Löh­ne und Außen­han­del und die Beschäf­ti­gung.

Nach Auf­fas­sung des Prä­si­den­ten des Euro­päi­schen Patent­am­tes gewin­nen imma­te­ri­el­le Ver­mö­gens­wer­te wie Mar­ken und Paten­te in der heu­ti­gen Zeit immer mehr an Bedeu­tung. So bedingt die Schnell­le­big­keit und die rasche Ent­wick­lung im Geschäfts­be­reich, dass die Wirt­schaft in zuneh­men­dem Maße von den Rech­ten des geis­ti­gen Eigen­tums abhän­gig ist. Daher muss – wie der Exe­ku­tiv­di­rek­tor des EUIPO erläu­ter­te – einer­seits der Zugang zu Rech­ten des geis­ti­gen Eigen­tums für alle Unter­neh­men opti­miert und ande­rer­seits die Ver­let­zung von Rech­ten effi­zi­ent ver­hin­dert wer­den.

Da laut der Stu­die 50 % aller Unter­neh­men in Euro­pa als schutz­rechts­in­ten­siv gel­ten und dar­über­hin­aus ca. 90 % des euro­päi­schen Han­dels mit Staa­ten außer­halb der euro­päi­schen Gemein­schaft schutz­rechts­in­ten­si­ven Wirt­schafts­zwei­gen zuzu­ord­nen sind, wird das Schutz­be­dürf­nis von Unter­neh­mern in Bezug auf geis­ti­ges Eigen­tum ver­ständ­lich. Mit Hil­fe der Mar­ken­an­mel­dung bzw. der Ein­tra­gung kön­nen sich die Unter­neh­mer Rech­te sichern: So ist es gemäß Arti­kel 9 der Uni­ons­mar­ken­ver­ord­nung einem Mar­ken­in­ha­ber mög­lich, Drit­ten im geschäft­li­chen Ver­kehr zu ver­bie­ten, ohne Zustim­mung das ein­ge­tra­ge­ne Zei­chen für die glei­chen Waren oder Dienst­leis­tun­gen zu benut­zen. Als Teil des Mar­ken­re­form­pa­kets soll gera­de auch die neue Uni­ons­mar­ken­ver­ord­nung dem Schutz der Rech­te geis­ti­gen Eigen­tums gerecht wer­den. Die Ver­ord­nung (EU) 2015/​2424 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Ände­rung der Gemein­schafts­mar­ken­ver­ord­nung ist am 23. März 2016 in Kraft getre­ten.