Mar­ken­ver­let­zung und ent­gan­ge­ner Gewinn

Berech­net der Mar­ken­in­ha­ber den durch eine Ver­let­zung sei­ner Mar­ke ent­stan­de­nen Scha­den nach dem vom Ver­let­zer erziel­ten Gewinn, besteht der Scha­den nur in dem Anteil des Gewinns, der gera­de auf der Benut­zung sei­nes Schutz­rechts beruht. Kenn­zeich­net der Ver­let­zer sei­ne Waren zugleich mit sei­ner Mar­ke, kann in einem sol­chen Fall der Min­dest­scha­den in Form einer Quo­te des Ver­let­zer­ge­winns nach § 287 ZPO geschätzt wer­den.

Mar­ken­ver­let­zung und ent­gan­ge­ner Gewinn

Kommt für die Ermitt­lung des Scha­dens eine Schät­zung in Betracht, ist der Ver­let­zer nicht ver­pflich­tet, über Ein­zel­hei­ten sei­ner Kal­ku­la­ti­on Aus­kunft zu ertei­len, da die Schät­zung auch auf der Grund­la­ge der Umsät­ze und gege­be-nen­falls grob ermit­tel­ter Gewin­ne erfol­gen kann.
Eine Anwen­dung der Grund­sät­ze der Gemein­kos­ten­an­teil-Ent­schei­dung (BGHZ 145, 366) ist im Kenn­zei­chen­recht nicht aus­ge­schlos­sen.

BGH, Urt. v. 6. Okto­ber 2005 – I ZR 322/​02