Mine­ral­was­ser

Natür­li­chem Mine­ral­was­ser darf kei­ne Sole bei­gemischt wer­den, auch dann nicht, wenn die Gewin­nung der Sole der von Mine­ral­was­ser ent­spricht und das Was­ser nur wegen des hohen Salz­ge­hal­tes als Sole und nicht als Mine­ral­was­ser ein­zu­stu­fen ist.

Mine­ral­was­ser

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te über die amt­li­che Aner­ken­nung eines natür­li­chen Mine­ral­was­sers nach der Mine­ral- und Tafel­was­ser­ver­ord­nung ent­schie­den. Die Klä­ge­rin hat die Mine­ral­was­seran­er­ken­nung für ein Misch­was­ser begehrt, das aus zwei Brun­nen gewon­nen wird, wobei ein Brun­nen hoch mine­ra­li­sier­tes Tie­fen­was­ser lie­fert (Salz­ge­halt 25g/​l). Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen, weil ein natür­li­ches Mine­ral­was­ser zwar aus meh­re­ren Quel­len gewon­nen wer­den kön­ne, aber nur eine Mischung aus natür­li­chen Mine­ral­wäs­sern sein dür­fe. Ein Was­ser mit einer Gesamt­mi­ne­ra­li­sa­ti­on von über 14 g pro Liter sei kein Mine­ral­was­ser, son­dern Sole. Das Beru­fungs­ge­richt hat dem­ge­gen­über ange­nom­men, die Eigen­schaft als Mine­ral­was­ser erfor­de­re nur einen bestimm­ten Min­dest­ge­halt an Sal­zen, nicht aber die Ein­hal­tung einer Höchst­gren­ze, und hat den Beklag­ten zu einer Aner­ken­nung des Misch­was­sers als Mine­ral­was­ser ver­pflich­tet.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat das Beru­fungs­ur­teil geän­dert und die Kla­ge abge­wie­sen. Zur Begrün­dung hat es im Wesent­li­chen aus­ge­führt, dass die Mine­ral- und Tafel­was­ser­ver­ord­nung die Ursprüng­lich­keit und Natür­lich­keit eines Mine­ral­was­sers sicher­stel­le. Die Ver­ord­nung erlau­be die Mischung von Was­ser aus ver­schie­de­nen Quel­len, ver­bie­te aber bei einem natür­li­chen Mine­ral­was­ser die Bei­mi­schung von ande­ren Stof­fen. Bei einem Misch­was­ser müs­se des­halb jedes Aus­gangs­was­ser Mine­ral­was­ser­qua­li­tät haben. Dar­an feh­le es hier; Sole sei kein Mine­ral­was­ser. Zwar sehe die Mine­ral- und Tafel­was­ser­ver­ord­nung Grenz­wer­te nur für bestimm­te Schad­stof­fe vor, nicht aber für den Mine­ra­li­en­ge­halt eines Was­sers. Gleich­wohl müs­se auch ein Mine­ral­was­ser genieß­bar sein. Es sei neben dem Quell- und Tafel­was­ser eine Kate­go­rie des abge­füll­ten Trink­was­sers. Ein Was­ser mit einem Salz­ge­halt von 25g/​l sei als Trink­was­ser unge­nieß­bar. Die Bei­mi­schung einer sol­chen Salz­lö­sung sei nur bei einem Tafel­was­ser zuläs­sig.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 25. Juni 2009 – 3 C 18.08