Musi­ka­li­en­händ­ler

Der Musi­ka­li­en­händ­ler in neu­em Gewand: Zum 1. August 2009 tritt die neue Aus­bil­dungs­ord­nung zum "Musikfachhändler/​Musikfachhändlerin" in Kraft. Den tra­di­ti­ons­rei­chen Aus­bil­dungs­be­ruf des Musi­ka­li­en­händ­lers gibt es schon seit über 50 Jah­ren. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten hat sich die­se Bran­che immer wei­ter ent­wi­ckelt, sich an neu­en Trends ori­en­tiert und eine grund­le­gen­de Umstruk­tu­rie­rung durch­lebt. Wäh­rend das Ange­bot des Musik­han­dels sich frü­her im Wesent­li­chen auf Noten und akus­ti­sche Instru­men­te beschränk­te, gehö­ren heu­te auch Musik­elek­tro­nik und moder­ne Ton­trä­ger zum unbe­ding­ten Muss der Ange­bots­pa­let­te. Um dem Bedürf­nis nach einer moder­nen, zukunfts­ori­en­tier­ten Aus­bil­dung Rech­nung tra­gen zu kön­nen, war daher auch die Aktua­li­sie­rung die­ses Aus­bil­dungs­be­ru­fes drin­gend gebo­ten. Als eine Bran­che, die ste­ti­gem Wan­del aus­ge­setzt ist, benö­tigt der Musik­han­del in ver­stärk­tem Maße gut und pra­xis­nah aus­ge­bil­de­tes Fach­per­so­nal, das neben aktu­el­lem Fach­wis­sen ins­be­son­de­re auch umfang­rei­che Kennt­nis­se über neu­es­te tech­ni­sche
Ent­wick­lun­gen beherr­schen muss.

Musi­ka­li­en­händ­ler

Nun­mehr gibt es mit der moder­ni­sier­ten Aus­bil­dungs­ord­nung erst­ma­lig eine staat­li­che Aner­ken­nung des Berufs. Mit dem neu­en 3‑jährigen Aus­bil­dungs­be­ruf "Musikfachhändler/​Musikfachhändlerin" wer­den jun­ge Men­schen gezielt auf die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen in dem tra­di­ti­ons­be­haf­te­ten Musik­fach­han­del vor­be­rei­tet. Damit wird einer­seits dem drin­gen­den Bedarf nach pass­ge­nau aus­ge­bil­de­tem Per­so­nal Rech­nung getra­gen, ande­rer­seits aber auch ein Bei­trag zur wei­te­ren Pro­fes­sio­na­li­sie­rung inner­halb der Musik­bran­che geleis­tet.

Im Rah­men der Moder­ni­sie­rung des Aus­bil­dungs­be­ru­fes wird die Prü­fung zum "Musikfachhändler/​zur Musik­fach­händ­le­rin" künf­tig als Gestreck­te Abschluss­prü­fung (GAP) erfol­gen. Bei der GAP wird die Abschluss­prü­fung in zwei zeit­lich aus­ein­an­der fal­len­den Tei­len abge­nom­men und die bis­her übli­che Zwi­schen­prü­fung ent­fällt. Die­se neue Prü­fungs­form hat kei­ne mate­ri­el­len inhalt­li­chen Ände­run­gen der Prü­fungs­an­for­de­run­gen zum Ziel, son­dern dient der Opti­mie­rung der Prü­fungs­struk­tur. Da mit der GAP im Bereich Han­del Neu­land betre­ten wird, wird die GAP einer Erpro­bung unter­wor­fen, indem gleich­zei­tig mit der neu­en Aus­bil­dungs­ord­nung mit klas­si­scher Prü­fungs­ge­stal­tung eine Erpro­bungs­ver­ord­nung in Kraft tritt, die bis zum 31. Juli 2015 die Prü­fungs­pa­ra­gra­phen ersetzt. Bis zum Ende der Erpro­bungs­zeit wird eine Eva­lu­ie­rung der neu­en Prü­fungs­form durch­ge­führt.

Wenn­gleich der Musik­fach­han­del eine rela­tiv gerin­ge Anzahl Aus­zu­bil­den­der auf­weist, hat man sich in Anbe­tracht des über­al­ter­ten Berufs­bil­des und der Not­wen­dig­keit der Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung die­ses Aus­bil­dungs­be­ru­fes für des­sen Moder­ni­sie­rung ent­schlos­sen. Schon auf­grund des "Alters" des Aus­bil­dungs­be­ru­fes muss­ten dabei eine Rei­he inhalt­li­cher Ver­än­de­run­gen der neu­en Aus­bil­dungs­ord­nung "Musikfachhändler/​Musikfachhändlerin" vor­ge­nom­men wer­den. Dabei wur­den erst­mals IT-bezo­ge­ne Inhal­te auf­ge­nom­men, wie bei­spiels­wei­se die digi­ta­le Ver­ar­bei­tung von Musik­stü­cken sowie der Ver­kauf und Ver­sand elek­tro­ni­scher Musik­in­stru­men­te. Vie­le die­ser IT-Berei­che, wie bei­spiels­wei­se E‑Commerce, wer­den in den kom­men­den Jah­ren zuneh­mend Bedeu­tung gewin­nen.