Nes­pres­so-Kap­seln von Drit­ther­stel­lern

Es liegt kei­ne Patent­ver­let­zung vor, wenn der Käu­fer einer Nes­pres­so-Maschi­ne Kaf­fee­kap­seln von ande­ren Her­stel­lern nutzt.

Nes­pres­so-Kap­seln von Drit­ther­stel­lern

Mit die­sem Urteil hat das Land­ge­richt Düs­sel­dorf den Eil­an­trä­gen gegen zwei Schwei­zer Fir­men nicht statt­ge­ge­ben, mit der die Patent­in­ha­be­rin der Nes­pres­so-Kaf­f­e­ma­schi­nen ver­hin­dern woll­te, dass auch ohne ent­spre­chen­de Lizenz her­ge­stell­te Kaf­fee­kap­seln für Nes­pres­so-Maschi­nen wei­ter­hin unein­ge­schränkt in Deutsch­land ver­kauft wer­den dür­fen. Die Antrag­stel­le­rin, die Nestec S.A. mit Sitz in der Schweiz, ist Inha­be­rin des in Nes­pres­so-Maschi­nen genutz­ten Patents über eine Vor­rich­tung zum Extra­hie­ren von Kaf­fee­kap­seln. Sie und ihre Lizenz­neh­mer pro­du­zie­ren die von die­sem Patent geschütz­ten Nes­pres­so-Maschi­nen­mo­del­le sowie die dazu­ge­hö­ri­gen Ori­gi­nal­kap­seln. Auch die Antrags­geg­ne­rin­nen ver­kau­fen – bis zu einem Drit­tel güns­ti­ger – Kaf­fe­kap­seln mit dem Zusatz „geeig­net für Nes­pres­so-Maschi­nen“.

In sei­ner Ent­schei­dungs­be­grün­dung macht das Land­ge­richt Düs­sel­dorf deut­lich, dass der Käu­fer einer Nes­pres­so-Maschi­ne jedoch erwar­ten dür­fe, dass er die­se nicht ledig­lich mit den mit­ge­lie­fer­ten Ori­gi­nal-Kap­seln benut­zen kön­ne. Da der Käu­fer durch den Erwerb der patent­ge­schütz­ten Nes­pres­so- Maschi­ne berech­tigt wer­de, die­se bestim­mungs­ge­mäß zu gebrau­chen, lie­ge kei­ne Patent­ver­let­zung vor, wenn der Käu­fer Kap­seln von ande­ren Her­stel­lern nut­ze. Die Kaf­fee­kap­sel sei zwar für die Inbe­trieb­nah­me der patent­ge­schütz­ten Nes­pres­so-Maschi­ne uner­läss­lich, jedoch nicht deren funk­tio­na­les „Herz­stück“. Eben­so wenig ver­kör­pe­re sie eine beson­de­re Eigen­schaft der Erfin­dung.

Land­ge­richt Düs­sel­dorf, Urtei­le vom 16. August 2012 – 4b O 81/​12 und 4b O 82/​12