Neue HOAI

Das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um hat einen Ent­wurf für die Neu­fas­sung der Ver­ord­nung über Hono­ra­re für Archi­tek­ten- und Inge­nieur­leis­tun­gen (HOAI) vor­ge­legt. Der Ent­wurf ist eine wesent­lich über­ar­bei­te­te Fas­sung, der der inten­si­ven Dis­kus­si­on zu dem im Febru­ar 2008 vor­ge­stell­ten ers­ten Ent­wurf des BMWi Rech­nung tra­gen soll. Der Ent­wurf wur­de ver­ein­facht, gestrafft und neu geglie­dert. An die für Ende April vor­ge­se­he­ne Beschluss­fas­sung im Bun­des­ka­bi­nett schließt sich für die zustim­mungs­pflich­ti­ge Ver­ord­nung das Bun­des­rats­ver­fah­ren an, so dass die neue HOAI im Som­mer ver­ab­schie­det wer­den könn­te.

Neue HOAI

Der Ent­wurf sieht vor, die Hono­rar­fest­set­zung mit Hil­fe des so genann­ten Bau­kos­ten­be­rech­nungs­mo­dells von den tat­säch­li­chen Bau­kos­ten abzu­kop­peln. Grund­la­ge der Hono­rar­fest­set­zung sind nun­mehr die Bau­kos­ten, die auf­grund der Ent­wurfs­pla­nung berech­net wur­den. Mit Hil­fe eines Bonus-Malus-Sys­tems wer­den neue Anrei­ze zum kos­ten­güns­ti­gen und qua­li­täts­be­wuss­ten Pla­nen und Bau­en geschaf­fen. Die staat­li­chen Hono­rar­vor­ga­ben sind nur noch auf die Pla­nung beschränkt. Bera­tungs­leis­tun­gen kön­nen eben­so wie bei den rechts­be­ra­ten­den Beru­fen und wie bei sons­ti­gen gut­ach­ter­li­chen Leis­tun­gen im Wirt­schafts­le­ben künf­tig frei ver­ein­bart wer­den. Mehr Ver­trags­frei­heit und bes­se­re Anrei­ze für wirt­schaft­lich ver­nünf­ti­ges Kal­ku­lie­ren der Büros bringt auch der Weg­fall ver­bind­li­cher Stun­den­sät­ze. Um den Vor­ga­ben der euro­päi­schen Dienst­leis­tungs­richt­li­nie zu genü­gen, wird der HOAI-Anwen­dungs­be­reich auf Büros mit Sitz im Inland beschränkt. Im Übri­gen bleibt es bei den bis­he­ri­gen Tafe­lend­wer­ten (unter ande­rem 25,56 Mio. Euro im Hoch­bau).

Gleich­zei­tig sol­len die fast 14 Jah­re unver­än­dert geblie­be­nen Tafel­wer­te durch­gän­gig um ca. 10 Pro­zent ange­ho­ben wer­den.