Neu­ver­ga­be des Strom­net­zes in Ber­lin

Vor dem Land­ge­richt Ber­lin war ein Eil­ver­fah­ren gegen die Ver­ga­be des Strom­net­zes Ber­lin in ers­ter Instanz erfolg­reich.

Neu­ver­ga­be des Strom­net­zes in Ber­lin

Das Land­ge­richt Ber­lin hat jetzt dem Antrag einer unter­le­ge­nen Bie­te­rin im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren gegen das Land Ber­lin in ers­ter Instanz statt­ge­ge­ben. Das Land Ber­lin darf daher das durch Ver­öf­fent­li­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger im Dezem­ber 2011 aus­ge­schrie­be­ne Wege­nut­zungs­recht für das Strom­ver­sor­gungs­netz der all­ge­mei­nen Ver­sor­gung im Land Ber­lin vor­erst nicht an den lan­des­ei­ge­nen Betrieb „Ber­lin Ener­gie“ ver­ge­ben.

Aus­weis­lich der münd­li­chen Urteils­be­grün­dung waren für das Land­ge­richt Ber­lin neben wei­te­ren Punk­ten vor allem zwei Aspek­te ent­schei­dend: So müs­se das Land Ber­lin gemäß den gesetz­li­chen Vor­schrif­ten sicher­stel­len, dass nur ein Bie­ter berück­sich­tigt wer­de, der im Ver­ga­be­ver­fah­ren ein fun­dier­tes Kon­zept für den Betrieb des Strom­net­zes vor­wei­se bzw. vor­le­ge. Im kon­kre­ten Fall habe aus Sicht des Land­ge­richts das von „Ber­lin Ener­gie“ vor­ge­leg­te Kon­zept nicht den Anfor­de­run­gen ent­spro­chen, die an ein sol­ches fun­dier­tes Kon­zept zu stel­len sei­en. Dar­über hin­aus sei das Land Ber­lin nach der Ver­ga­be­ent­schei­dung auch ver­pflich­tet gewe­sen, der unter­le­ge­nen Bie­te­rin im gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Umfang Akten­ein­sicht in das Ange­bot von „Ber­lin Ener­gie“ als der obsie­gen­den Bie­te­rin zu gewäh­ren. Der unter­le­ge­ne Bie­te­rin sei jedoch kei­ne sol­che den Vor­schrif­ten genü­gen­de Akten­ein­sicht gewährt wor­den, was einen rele­van­ten Ver­fah­rens­ver­stoß dar­stel­le.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 7. Novem­ber 2019 – 16 O 259/​19 Kart.