Notar­an­wär­ter und das Prü­fungs­jahr­gangs­prin­zip

Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs spricht viel dafür, dass die u.a. in Bay­ern 1 prak­ti­zier­te Rege­lung, wonach der Ein­stel­lungs­be­darf an Nota­ras­ses­so­ren grund­sätz­lich aus der jewei­li­gen zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung gedeckt wird und Bewer­ber aus einer frü­he­ren zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung nur aus­nahms­wei­se unter beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen berück­sich­tigt wer­den ("Prü­fungs­jahr­gangs­prin­zip"), eine sub­jek­ti­ve Berufs­zu­las­sungs­vor­aus­set­zung dar­stellt und des­halb nicht den for­mel­len Anfor­de­run­gen des Art. 12 Abs. 1 Satz 2 GG genügt 2.

Notar­an­wär­ter und das Prü­fungs­jahr­gangs­prin­zip

Im kon­kret ent­schie­de­nen Fall konn­te der Bun­des­ge­richts­hof die­se Fra­ge indes offen las­sen, da er die Kla­ge eines über­gan­ge­nen Bewer­bers aus ande­ren Grün­den unbe­grün­det war.In der Vor­in­stanz hat­te der Notar­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen das Prü­fungs­jahr­gangs­prin­zip noch aus­drück­lich gebil­ligt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2012 – NotZ(Brfg) 2/​12

  1. Bekannt­ma­chung des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz betref­fend die Ange­le­gen­hei­ten der Nota­re vom 25.01.2001, JMBl. S. 32, zuletzt geän­dert durch Bekannt­ma­chung vom 22.12.2009,JMBl. 2010, S. 2[]
  2. vgl. BVerfGE 80, 257 ff.[]
  3. OLG Mün­chen, Urteil vom 01.12.2011 – VA-Not 3/​11[]