Nut­zungs­be­din­gun­gen für Bahn­hö­fe

Die Nut­zungs­be­din­gun­gen für Ser­vice­ein­rich­tun­gen der DB Netz AG sind nach einem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zum Teil rechts­wid­rig. Die Bun­des­netz­agen­tur für Elek­tri­zi­tät, Gas, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Post und Eisen­bah­nen hat zu Recht einem Teil der Nut­zungs­be­din­gun­gen für Ser­vice­ein­rich­tun­gen der DB Netz AG wider­spro­chen und ihre Ände­rung ver­langt. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig heu­te ent­schie­den.

Nut­zungs­be­din­gun­gen für Bahn­hö­fe

Die Klä­ge­rin, die DB Netz AG, ist pri­vat­recht­lich in der Rechts­form einer Akti­en­ge­sell­schaft orga­ni­siert. Ihr Betrieb als öffent­li­ches Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­men umfasst wesent­li­che Berei­che der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur der ehe­ma­li­gen Deut­schen Bun­des­bahn und der vor­ma­li­gen Deut­schen Reichs­bahn. Sie ist nach § 14 Abs. 1 Satz 1 AEG ver­pflich­tet, in einem fest­ge­leg­ten Umfang Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men die dis­kri­mi­nie­rungs­freie Benut­zung die­ser Infra­struk­tur zu gewäh­ren und die von ihr ange­bo­te­nen Leis­tun­gen dis­kri­mi­nie­rungs­frei zu erbrin­gen. Für den Zugang zu ihren Ser­vice­ein­rich­tun­gen und zu den damit ver­bun­de­nen Leis­tun­gen muss sie sog. Nut­zungs­be­din­gun­gen für Ser­vice­ein­rich­tun­gen (NBS) erstel­len und ver­öf­fent­li­chen. Vor der Ver­öf­fent­li­chung hat sie das Klau­sel­werk bei der für die beklag­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land han­deln­den Bun­des­netz­agen­tur für Elek­tri­zi­tät, Gas, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Post und Eisen­bah­nen vor­zu­le­gen. Die­se kann gemäß § 14e Abs. 1 Nr. 4 AEG inner­halb einer Frist von vier Wochen Bedin­gun­gen, die gegen Vor­schrif­ten des Eisen­bahn­rechts über den Zugang zur Eisen­bahn­in­fra­struk­tur ver­sto­ßen, wider­spre­chen. Die betrof­fe­nen Klau­seln tre­ten dann gemäß § 14e Abs. 3 Nr. 2 AEG nicht in Kraft.

Den von der Klä­ge­rin vor­ge­leg­ten Nut­zungs­be­din­gun­gen für Ser­vice­ein­rich­tun­gen 2008 wider­sprach die Bun­des­netz­agen­tur im Hin­blick auf 52 Klau­seln und ver­lang­te deren Ände­rung. Mit ihrer hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge hat die Klä­ge­rin zunächst erst­in­stanz­lich vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln [1] und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein – West­fa­len [2] in Müns­ter hin­sicht­lich eines Teils der bean­stan­de­ten Klau­seln Erfolg gehabt. Auf­grund von bei­den Sei­ten ein­ge­leg­ter Revi­sio­nen hat­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur noch über acht von der Bun­des­netz­agen­tur bean­stan­de­te Klau­seln zu ent­schei­den. Es hat die­se Bean­stan­dun­gen als recht­mä­ßig bestä­tigt. Betrof­fen waren Klau­seln über Öff­nungs­zei­ten, Infra­struk­tur­be­schrei­bun­gen, kon­f­li­gie­ren­de Nut­zungs­wün­sche, Sicher­heits­leis­tun­gen und Leis­tungs­stö­run­gen im wei­te­ren Sin­ne.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 13. Juni 2012 – 6 C 42.10

  1. VG Köln, Urteil vom 04.012.2009 – 18 K 4918/​07[]
  2. OVG NRW, Urteil vom 23.09.2010 – 13 A 172/​10[]