Obaz­da“ als geo­gra­fi­sche Her­kunfts­an­ga­be

Die Bezeich­nun­gen „Obaz­da“ und „Baye­ri­scher Obaz­da“ sind einem euro­pa­wei­ten Schutz als geo­gra­fi­sche Anga­ben grund­sätz­lich zugäng­lich.

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Das Deut­sche Patent- und Mar­ken­amt hat­te die Bezeich­nun­gen „Obaz­da“ und „Baye­ri­scher Obaz­da“ auf der Basis einer bestimm­ten Spe­zi­fi­ka­ti­on, die u.a. die zwin­gen­den und die fakul­ta­ti­ven Bestand­tei­le der Rezep­tur fest­legt, für schutz­fä­hig erach­tet, obwohl von einem Dritt­un­ter­neh­men, das Obaz­den außer­halb Bay­erns pro­du­ziert, ein Ein­spruch ein­ge­legt wor­den war.

Mit sei­ner Ein­spruchs­be­schwer­de gegen den statt­ge­ben­den Beschluss des Deut­schen Patent- und Mar­ken­amts hat das Dritt­un­ter­neh­men u.a. gel­tend gemacht, dass es sich bei den betref­fen­den Bezeich­nun­gen um frei ver­wend­ba­re Gat­tungs­be­grif­fe han­de­le. Außer­dem ist kri­ti­siert wor­den, dass die nach der Spe­zi­fi­ka­ti­on erlaub­te Ther­mi­sie­rung zur Halt­bar­ma­chung der tra­di­tio­nel­len Her­stel­lungs­wei­se wider­spre­che. Das Bun­des­pa­tent­ge­richt hat nun den Beschluss des Deut­schen Patent- und Mar­ken­amts auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Prü­fung zurück­ver­wie­sen.

Das Bun­des­pa­tent­ge­richt war zwar mit dem Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt der Auf­fas­sung, dass die Bezeich­nun­gen „Obaz­da“ und „Baye­ri­scher Obaz­da“ einem euro­pa­wei­ten Schutz als geo­gra­fi­sche Anga­ben grund­sätz­lich zugäng­lich sind. Dies gilt ins­be­son­de­re für die ver­schie­de­nen Vari­an­ten der tra­di­tio­nel­len hand­werk­li­chen Her­stel­lung. Es sah jedoch wei­te­ren Prü­fungs­be­darf, soweit es um Maß­nah­men der Halt­bar­ma­chung von indus­tri­ell her­ge­stell­tem Obazdn geht. Eine ein­sei­ti­ge Fest­le­gung auf das Ther­mi­sie­rungs­ver­fah­ren erschien dem Bun­des­pa­tent­ge­richt nicht ange­mes­sen, zumal es dadurch zu einer unge­recht­fer­tig­ten Benach­tei­lung von Pro­du­zen­ten inner­halb Bay­erns kom­men kön­ne, die sich ande­rer Metho­den zur Halt­bar­ma­chung bedie­nen wol­len.

Das Deut­sche Patent- und Mar­ken­amt wird daher nun­mehr prü­fen müs­sen, ob zur Halt­bar­ma­chung von indus­tri­ell gefer­tig­tem Obazdn künf­tig über­haupt Vor­ga­ben gemacht wer­den bezie­hungs­wei­se wel­che sach­ge­rech­ten Alter­na­ti­ven zum Ther­mi­sie­rungs­ver­fah­ren bestehen.

Bun­des­pa­tent­ge­richt, Beschluss vom 22. Sep­tem­ber 2011 – 30 W (pat) 9/​10