Patent auf die LED-Licht-Tech­nik

Wird ohne Zustim­mung des Patent­in­ha­bers von einem Unter­neh­men in sei­nen Moni­to­ren ein Bau­teil ver­wen­det, das alle Merk­ma­le der geschütz­ten Erfin­dung ent­hält, ins­be­son­de­re einen beson­de­ren Leucht­stoff, so liegt eines Ver­let­zung des Patent­rechts vor.

Patent auf die LED-Licht-Tech­nik

Mit die­ser Begrün­dung hat aktu­ell das Land­ge­richt Ham­burg vier Unter­neh­men ver­bo­ten, wei­ter Fern­se­her und Com­pu­ter­bild­schir­me mit einer bestimm­ten LED-Tech­nik in Deutsch­land zu ver­trei­ben. Die welt­weit als Leucht­mit­tel­her­stel­le­rin täti­ge Klä­ge­rin mit Sitz in Deutsch­land ging mit ihrer Kla­ge gegen eine deut­sche Her­stel­le­rin von Unter­hal­tungs­elek­tro­nik, die zu einem welt­weit täti­gen süd­ko­rea­ni­schen Unter­neh­men gehört, sowie gegen drei gro­ße Elek­tro­nik­ein­zel­händ­ler vor. Die Klä­ge­rin behaup­te­te, die Elek­tro­nik­her­stel­le­rin habe bei bestimm­ten Model­len von Com­pu­ter­mo­ni­to­ren und LED-Fern­seh­ge­rä­ten eine LED-Hin­ter­grund­be­leuch­tung ein­ge­setzt, die ein Patent­recht der Klä­ge­rin ver­let­ze. Die Gerä­te sei­en von den eben­falls beklag­ten Elek­tro­nik­ein­zel­händ­lern ver­kauft wor­den.

Das streit­ge­gen­ständ­li­che Patent (Patent­num­mer DE 196 55 185) der Klä­ge­rin betrifft die Ent­wick­lung eines Halb­lei­ter­bau­ele­ments, mit dem auf tech­nisch ein­fa­che Wei­se und mit gerin­gem Bau­tei­le­auf­wand misch­far­bi­ges, ins­be­son­de­re wei­ßes, LED-Licht erzeugt wer­den kann. Licht emit­tie­ren­de Dioden (LEDs) wer­den auf Grund ihrer vie­len Vor­zü­ge viel­fäl­tig ein­ge­setzt. Sie sind ins­be­son­de­re sehr halt­bar und benö­ti­gen rela­tiv wenig Strom. Sehr bekannt wur­den LEDs in jüngs­ter Zeit als Hin­ter­grund­be­leuch­tung bei Flach­bild­schir­men (sog. LED-TV und LED-Moni­to­re). Die Erzeu­gung misch­far­bi­gen, ins­be­son­de­re wei­ßen, Lichts, geschieht u.a. im Wege der Lumi­nes­zenz­kon­ver­si­on. Dabei wird das far­bi­ge Licht der Diode in einem Lumi­nes­zenz­kon­ver­si­ons­ele­ment, das einen bestimm­ten Leucht­stoff ent­hält, in wei­ßes Licht umge­wan­delt. Zur Ver­bes­se­rung die­ses Vor­gangs hat die Klä­ge­rin sich den Ein­satz eines beson­ders zusam­men­ge­setz­ten Leucht­stoffs patent­recht­lich schüt­zen las­sen.

Die Beklag­ten ver­nein­ten vor der zustän­di­gen Patent­kam­mer des Land­ge­richts Ham­burg eine Patent­ver­let­zung.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Ham­burg hat die beklag­te Elek­tro­nik­her­stel­le­rin mit der Ver­wen­dung bestimm­ter LED-Bau­tei­le uner­laubt eine paten­tier­te Erfin­dung der Klä­ge­rin genutzt. Es hat den Beklag­ten den wei­te­ren Ver­trieb der betrof­fe­nen Gerä­te ver­bo­ten, ihre Scha­dens­er­satz­pflicht fest­ge­stellt und sie ver­ur­teilt, der Klä­ge­rin zur Berech­nung der Scha­dens­er­satz­for­de­rung Aus­kunft über den Umfang des Han­dels mit den betrof­fe­nen Bild­schir­men zu ertei­len.

Land­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 21. Juni 2012 – 327 O 378/​11