Patent­li­zenz und Patent­ver­let­zung

Dem Inha­ber eines Patents, der einem Drit­ten eine aus­schließ­li­che Lizenz erteilt hat, ste­hen im Fal­le einer Patent­ver­let­zung eige­ne Ansprü­che gegen den Ver­let­zer zu, wenn ihm aus der Lizenz­ver­ga­be fort­dau­ern­de mate­ri­el­le Vor­tei­le erwach­sen.

Patent­li­zenz und Patent­ver­let­zung

Die für eine Kla­ge auf Fest­stel­lung der Scha­dens­er­satz­pflicht erfor­der­li­che Wahr­schein­lich­keit, dass dem Patent­in­ha­ber aus der gel­tend gemach­ten Ver­let­zungs­hand­lung ein eige­ner Scha­den ent­stan­den ist, liegt in der Regel vor, wenn der Patent­in­ha­ber an der Aus­übung der Lizenz durch den Lizenz­neh­mer wirt­schaft­lich par­ti­zi­piert (Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 20. Mai 2008 – X ZR 180/​05, BGHZ 176, 311 Rn. 26 ff. – Tin­ten­pa­tro­ne).

Für eine wirt­schaft­li­che Par­ti­zi­pa­ti­on in die­sem Sin­ne genügt es, wenn der Patent­in­ha­ber als allei­ni­ger Gesell­schaf­ter des Lizenz­neh­mers an des­sen Gewinn betei­ligt ist.

Der Anspruch des Patent­in­ha­bers auf Ersatz eines sol­chen Scha­dens ist grund­sätz­lich dar­auf gerich­tet, dass der Lizenz­neh­mer in sei­nem Ver­mö­gen so gestellt wird, wie er ohne die Schutz­rechts­ver­let­zung ste­hen wür­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. April 2011 – X ZR 86/​10 – "Cinch-Ste­cker"