Patent­ver­let­zungs­ver­fah­ren und das Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se des Ver­let­zers

Ist über den Vor­wurf der Patent­ver­let­zung im selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­ren ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten erstellt wor­den, kön­nen mög­li­cher­wei­se berühr­te Geheim­hal­tungs­in­ter­es­sen des ver­meint­li­chen Ver­let­zers in aller Regel in der Wei­se gewahrt wer­den, dass der Schutz­rechts­in­ha­ber die Ein­sicht in das Gut­ach­ten (zunächst) auf nament­lich benann­te rechts- bzw. patent­an­walt­li­che Ver­tre­ter beschränkt und die­se inso­weit umfas­send zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet wer­den.

Patent­ver­let­zungs­ver­fah­ren und das Geheim­hal­tungs­in­ter­es­se des Ver­let­zers

Zur Ein­sicht durch den Schutz­rechts­in­ha­ber per­sön­lich darf ein sol­ches Gut­ach­ten nicht frei­ge­ge­ben wer­den, bevor der ver­meint­li­che Schutz­rechts­ver­let­zer Gele­gen­heit hat­te, sei­ne Geheim­hal­tungs­in­ter­es­sen gel­tend zu machen. Er hat inso­weit im Ein­zel­nen dar­zu­le­gen, wel­che Infor­ma­tio­nen im Gut­ach­ten Geheim­hal­tungs­wür­di­ges, nament­lich Geschäfts­ge­heim­nis­se, offen­ba­ren und wel­che Nach­tei­le ihm aus der Offen­ba­rung dro­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2009 – X ZB 37/​08 – "Licht­bo­gen­schnü­rung"