"Pra­xis Aktu­ell" – Die irre­füh­ren­de Ver­wen­dung einer ein­ge­tra­ge­nen Mar­ke

Die irre­füh­ren­de Ver­wen­dung einer ein­ge­tra­ge­nen Mar­ke kann – gleich­gül­tig, ob die Mar­ke bereits für sich genom­men irre­füh­rend ist oder ob sich die Umstän­de, die die Irre­füh­rung begrün­den, erst aus ihrer kon­kre­ten Ver­wen­dung erge­ben – nach §§ 3, 5, 8 Abs. 1 UWG unter­sagt wer­den.

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Das Recht, das eine Mar­ke ihrem Inha­ber ver­leiht, umfasst nicht das Recht, die Mar­ke irre­füh­rend zu ver­wen­den. Zwar kann eine Mar­ke schon von der Ein­tra­gung aus­ge­schlos­sen sein, wenn sie geeig­net ist, das Publi­kum zu täu­schen (§ 8 Abs. 2 Nr. 4 Mar-kenG). Dies ändert aber nichts dar­an, dass die irre­füh­ren­de Ver­wen­dung einer ein­ge­tra­ge­nen Mar­ke – gleich­gül­tig, ob sie bereits für sich genom­men irre­füh­rend ist und gar nicht hät­te ein­ge­tra­gen wer­den dür­fen oder ob sich die Umstän­de, die die Irre­füh­rung begrün­den, erst aus ihrer kon­kre­ten Ver­wen­dung erge­ben – nach §§ 3, 5, 8 Abs. 1 UWG unter­sagt wer­den kann. Der Umstand, dass es sich bei der bean­stan­de­ten Bezeich­nung um eine ein­ge­tra­ge­ne Mar­ke han­delt, spielt für die wett­be­werbs­recht­li­che Beur­tei­lung kei­ne Rol­le und ist ins­be­son­de­re kein Indiz dafür, dass die Mar­ke unter den kon­kre­ten Umstän­den nicht irre­füh­rend benutzt wor­den ist 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Juni 2010 – I ZR 42/​08

  1. BGH, Urtei­le vom 18.01.1955 – I ZR 102/​53, GRUR 1955, 251 = WRP 1955, 64 – Sil­beral; und vom 01.03.1984 – I ZR 48/​82, GRUR 1984, 737, 738 = WRP 1984, 540 – Zie­gel­fer­tig­stüt­ze; Born­kamm in Köhler/​Bornkamm, UWG, 28. Aufl., § 5 Rn. 2.55 f. und 2.58; Ingerl/​Rohnke, Mar­ken­ge­setz, 3. Aufl., § 2 Rn. 19 und § 8 Rn. 253; Hacker in Ströbele/​Hacker, Mar­ken­ge­setz, 9. Aufl., § 2 Rn. 80[]