Pri­va­te Auto­zü­ge – auf dem Hin­den­burg­damm nach Sylt

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat en Eil­an­trag der DB Netz AG gegen einen Bescheid der Bun­des­netz­agen­tur teil­wei­se abge­lehnt. Die Bun­des­netz­agen­tur hat­te einer von der DB Netz AG beab­sich­tig­ten Ableh­nung von Tras­sen für Auto­zü­ge der RDC GmbH auf dem Hin­den­burg­damm nach Sylt wider­spro­chen.

Pri­va­te Auto­zü­ge – auf dem Hin­den­burg­damm nach Sylt

Die DB Netz AG weist Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men auf Antrag Schie­nen­weg­ka­pa­zi­tä­ten (sog. Tras­sen) zu. Will sie eine bean­trag­te Tras­se jedoch ableh­nen, muss sie dies der Bun­des­netz­agen­tur als Regu­lie­rungs­be­hör­de mit­tei­len. Die Bun­des­netz­agen­tur kann der Ableh­nung dann wider­spre­chen.

Vor­lie­gend hat­te die DB Netz AG den Tras­sen­an­trag der RDC GmbH abge­lehnt, weil es hoch wahr­schein­lich sei, dass für die­se Züge kei­ne Kapa­zi­tä­ten in den Ver­la­de­sta­tio­nen in Nie­büll und Wes­ter­land zur Ver­fü­gung stün­den. Die Bun­des­netz­agen­tur hat­te dem wider­spro­chen, da eine Ableh­nung nur zuläs­sig sei, wenn bereits fest­ste­he, dass kei­ne Kapa­zi­tä­ten in den Ver­la­de­sta­tio­nen vor­han­den sei­en.

Gegen die­se Ent­schei­dung hat sich die DB Netz AG gewandt, da nicht ver­langt wer­den kön­ne, Tras­sen zu ver­ge­ben, die wegen feh­len­der Kapa­zi­tä­ten in den Ver­la­de­sta­tio­nen vor­aus­sicht­lich nicht in Anspruch genom­men wer­den könn­ten.

Dem ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln nicht gefolgt: Die eisen­bahn­recht­li­chen Vor­schrif­ten sähen grund­sätz­lich eine getrenn­te Ent­schei­dung über die Ver­ga­be der Tras­sen und die Ver­ga­be der Kapa­zi­tä­ten in den Ser­vice­ein­rich­tun­gen (Ver­la­de­sta­tio­nen oder Bahn­hö­fen) vor. Eine Tras­se dür­fe nur aus­nahms­wei­se dann abge­lehnt wer­den, wenn bereits fest­ste­he, dass für einen Zug kei­ne Kapa­zi­tät in der Ser­vice­ein­rich­tung vor­han­de­nen sei. Man­gels der­ar­ti­ger siche­rer Fest­stel­lung habe die Tras­se nicht abge­lehnt wer­den dür­fen. Es sei inso­weit das unter­neh­me­ri­sche Risi­ko der RDC GmbH, ob es eine Tras­se anneh­me, die mög­li­cher­wei­se nicht in Anspruch genom­men wer­den kön­ne, weil kein Platz in den Ver­la­de­sta­tio­nen zur Ver­fü­gung ste­he.

Anders als die Bun­des­netz­agen­tur in ihrem Bescheid vor­ge­ge­ben hat­te, müs­se die DB Netz AG jedoch über den Antrag der RDC GmbH inner­halb der im Eisen­bahn­recht vor­ge­ge­be­nen 4‑Wo­chen-Frist ent­schei­den. Ein wei­te­res Hin­aus­schie­ben der Ent­schei­dung bis fest­ste­he, ob Kapa­zi­tä­ten in den Ver­la­de­sta­tio­nen frei sei­en, ste­he mit den gesetz­li­chen Vor­ga­ben nicht in Ein­klang.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Beschluss vom 28. Okto­ber 2015 – 18 L 2502/​15 und 18 L 2529/​15