Prü­fung im Aus­bil­dungs­be­ruf "Kaufmann/​Kauffrau im Ein­zel­han­del"

In dem Aus­bil­dungs­be­ruf "Kauf­mann/​Kauffrau im Ein­zel­han­del" wird ab Juli 2009 eine neue Prü­fungs­struk­tur erprobt und eine gestreck­te Abschluss­prü­fung ein­ge­führt. Am 1. Juli 2009 tritt die neue Ver­ord­nung über die "Erpro­bung abwei­chen­der Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­be­stim­mun­gen in der Berufs­aus­bil­dung im Ein­zel­han­del in dem Aus­bil­dungs­be­ruf Kauf­mann im Einzelhandel/​Kauffrau im Ein­zel­han­del" in Kraft.

Prü­fung im Aus­bil­dungs­be­ruf

Damit kön­nen im drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­be­ruf "Kaufmann/​Kauffrau im Ein­zel­han­del" qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te noch pra­xis­nä­her aus­ge­bil­det wer­den als bis­her. Die Aus­zu­bil­den­den müs­sen künf­tig ihre Abschluss­prü­fung in zwei zeit­lich aus­ein­an­der fal­len­den Tei­len able­gen, und zwar am Ende des zwei­ten und am Ende des drit­ten Aus­bil­dungs­jah­res; dafür ent­fällt die Zwi­schen­prü­fung. Im kauf­män­ni­schen Bereich wird die­se Neue­rung erst­ma­lig ein­ge­führt. Im gewerb­lich-tech­ni­schen Bereich gibt es die Gestreck­te Abschluss­prü­fung als alter­na­ti­ve Prü­fungs­form bereits seit 2002. Die Gestreck­te Abschluss­prü­fung wird für alle neu­en Aus­bil­dungs­ver­trä­ge ein­ge­führt, die ab dem 01.07.2009 geschlos­sen wer­den und wird zunächst bis zum 31.07.2015 erprobt. Wäh­rend der Erpro­bungs­pha­se ruhen die Prü­fungs­pa­ra­gra­fen der Aus­bil­dungs­ord­nung vom 16. Juli 2004.

Wäh­rend der Erpro­bungs­pha­se wird beglei­tend eva­lu­iert, ob die Gestreck­te Abschluss­prü­fung die geeig­ne­te Prü­fungs­form für die Kauf­leu­te im Ein­zel­han­del ist.

Die Gestreck­te Abschluss­prü­fung erfor­dert zwar eine ande­re zeit­li­che Orga­ni­sa­ti­on der Prü­fung, mate­ri­el­le Ände­run­gen der Ver­ord­nungs­in­hal­te erfol­gen aber hier­durch nicht. Ziel der Gestreck­ten Abschluss­prü­fung ist es, nicht erst zum Ende der Aus­bil­dung, son­dern schon nach zwei Jah­ren Kern­kom­pe­ten­zen im kauf­män­ni­schen Bereich abschlie­ßend zu prü­fen und dabei eine in sich abge­schlos­se­ne beruf­li­che Hand­lungs­fä­hig­keit nach­zu­wei­sen. Die gesam­te beruf­li­che Hand­lungs­fä­hig­keit und damit die Arbeits­markt­fä­hig­keit wei­sen die Kauf­leu­te im Ein­zel­han­del jedoch erst mit Teil 2 der Geschreck­ten Abschluss­prü­fung nach.

Für die 2‑jährig aus­ge­bil­de­ten "Verkäufer/​Verkäuferinnen" ergibt sich durch die Ein­füh­rung der Gestreck­ten Abschluss­prü­fung erst­ma­lig die Mög­lich­keit, dass bei Fort­set­zung ihrer Aus­bil­dung im drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­be­ruf "Kaufmann/​Kauffrau im Ein­zel­han­del" die Abschluss­prü­fung "Verkäufer/​Verkäuferin" als Teil 1 der Gestreck­ten Abschluss­prü­fung "Kauf­mann im Ein­zel­han­del" ange­rech­net wird. Dies ver­ein­facht die Prü­fungs­struk­tur und ver­stärkt die Durch­läs­sig­keit sowie die Mobi­li­tät zwi­schen den Beru­fen.